Bericht: V-Männer aus Salafisten-Szene belasten festgenommenen Hassprediger

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Zwei V-Leute aus der Salafisten-Szene haben offenbar wichtige Hinweise für die Festnahme eines fünfköpfigen Terrornetzwerks um einen Hildesheimer Hassprediger geliefert. Wie der „Focus“ unter Berufung auf Justizkreise berichtet ein Spitzel des Landeskriminalamts (LKA) Hessen mit dem Kürzel „VP02“, dass der 32-jährige Prediger in der Medina-Moschee in Kassel während eines Seminars am 6. Mai vor 100 Zuhörern zum bewaffneten Kampf für die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) gegen die Ungläubigen aufgerufen habe. Ferner habe ein Informant des LKA NRW geschildert, dass die Gruppe dschihadistische Seminare in einer Dortmunder Wohnung abgehalten habe.

Dort soll der inzwischen inhaftierte Hilfsprediger Abu A. jungen Muslimen die radikalen IS-Lehren erläutert haben. Während des Unterrichts habe er auch Hinrichtungsvideos der „Gotteskrieger“ vorgespielt. Ein Komplize aus Duisburg habe die Neulinge im Hinterzimmer seines Reisebüros davon überzeugt, nur IS-Anhänger in Syrien seien wahre Gläubige, berichtet der „Focus“ weiter. Nach Aussage des IS-Rückkehrers Anil O. folgte auf diese erste Rekrutierungsstufe der Besuch beim mutmaßlichen Kopf des Netzwerks in der DIK-Moschee in Hildesheim, schreibt das Magazin. Dort habe ihm der festgenommene Hassprediger Anfang Juli 2015 klar gemacht, so O., dass er seine Tour zum IS organisieren und für ihn bürgen werde. Der Prediger habe versichert, er sei vom IS beauftragt worden, Rechtsgutachten für die Terrorbrigaden zu erstellen und neue Rekruten nach Syrien zu schleusen. Finanziert wurde der Dschihad-Trip des Kronzeugen im August 2015 durch den Verkauf ergaunerter Handys, Laptops und Tablets, heißt es in dem Bericht weiter.

Festnahme mit Handschellen, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Festnahme mit Handschellen, über dts Nachrichtenagentur