Bericht: SPD-Linke treibt Neuaufstellung voran

SPD-Parteizentrale, über dts Nachrichtenagentur
Foto: SPD-Parteizentrale, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Die SPD-Linke treibt ihre Neuaufstellung voran: Am kommenden Wochenende treffen sich führende Vertreter des linken Parteiflügels in Magdeburg, um eine neue Allianz zu gründen. Laut eines Berichts des Nachrichtenmagazins „Focus“ soll sich das Bündnis nach dem Gründungsort benennen und „Magdeburger Plattform“ heißen. Mehr als 150 linke Sozialdemokraten hätten ihre Teilnahme zugesagt, darunter prominente Genossen wie Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles und Parteivize Thorsten Schäfer-Gümbel.

Initiatoren der zweitägigen Konferenz seien der stellvertretende Parteivorsitzende Ralf Stegner, Juso-Chefin Johanna Uekermann sowie der Sprecher der Parlamentarischen Linken, Carsten Sieling. „Die große Mehrheit der Sozialdemokraten tickt links, aber bei wichtigen Personalentscheidungen hat sich das häufig nicht niedergeschlagen“, sagte Stegner dem „Focus“. „Daher ist es bitter nötig, dass sich die Linken in der SPD besser koordinieren.“ Stegner betonte, dass das neue Bündnis nicht gegen Parteifreunde gerichtet sei. „Unser wichtigster politischer Konkurrent ist und bleibt die Union.“ Juso-Chefin Uekermann sagte dem „Focus“: „Wir wollen eine noch schlagkräftigere Parteilinke schaffen. Das Treffen in Magdeburg soll der Auftakt dafür sein.“ Parlamentslinken-Sprecher Carsten Sieling erklärte: „Was wir brauchen ist ein klares Profil und mehr Einfluss – inhaltlich und personell.“ Die Mitglieder der Magdeburger Plattform wollen sich zwei Mal im Jahr treffen, um über linke Politik zu diskutieren, schreibt das Nachrichtenmagazin. Die Konferenzen seien nicht nur für Spitzenfunktionäre, sondern auch für einfache Parteimitglieder gedacht. Ein Koordinierungskreis soll die Treffen organisieren und dafür sorgen, dass die SPD-Linken künftig mit einer Stimme sprechen. Neben Stegner, Sieling und Uekermann werden diesem Gremium auch Vertreter der Landesverbände angehören, berichtet der „Focus“ weiter. Die Neugründung gehe zu Lasten des Forums Demokratische Linke 21, das lange als Machtzentrum des linken SPD-Flügels galt. Viele Sozialdemokarten hätten das Forum in den vergangen Monaten verlassen – aus Ärger über den konfrontativen Führungsstil der Vorsitzenden Hilde Mattheis. Mit der Gründung der „Magdeburger Plattform“ soll der interne Streit ein Ende haben.

Über dts Nachrichtenagentur

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