Bericht: Neonazi-Gruppe OSS plante offenbar Nagelbomben-Anschläge

Berlin – Die Neonazi-Gruppierung „Oldschool Society“ (OSS) hat offenbar Anschläge mit selbst gebauten Nagelbomben geplant. Das legen Gespräche von OSS-Mitgliedern nahe, die von Ermittlern des Bundeskriminalamts (BKA) abgefangen wurden, berichtet der „Spiegel“. Darin hätten OSS-Angehörige diskutiert, wie man hochexplosive Knallkörper mithilfe von Nägeln zu tödlichen Sprengsätzen umbauen könne.

Die dafür benötigte Pyrotechnik hatten sie sich offenbar im Ausland beschafft. Deren Sprengkraft, so hieß es in einem der abgehörten Gespräche, sei so groß, dass man damit mühelos ein Auto zerstören könne, schreibt der „Spiegel“ weiter. Bei einer bundesweiten Razzia gegen zehn mutmaßliche OSS-Terroristen hätten BKA-Fahnder am Mittwoch drei Kartons mit entsprechenden Explosivkörpern entdeckt. Den Ermittlungen zufolge könnte ein erster Sprengstoffanschlag unmittelbar bevorgestanden haben: Für den 8. Mai hätten sich mehrere OSS-Mitglieder in einer Kleingartenanlage bei Borna in Sachsen verabredet, um ein „paar Aktionen“ zu machen. Dazu sollten die Teilnehmer „schwarze, neutrale Kleidung“ mitbringen. In der Nähe des Treffpunkts befindet sich eine Flüchtlingsunterkunft. Vier Personen aus der mutmaßlichen Führungsebene der OSS sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft. Vor dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof wollten sich die Beschuldigten nicht zu den Vorwürfen der Bundesanwaltschaft äußern.

Über dts Nachrichtenagentur