Bericht: Koalition plant bessere ärztliche Behandlung für Behinderte

Berlin – Mit einer Finanzinvestition wollen Union und SPD die ärztliche Behandlung von Menschen mit Behinderung verbessern. Nach Informationen der „Welt“ plant die Koalition dazu ein Maßnahmenpaket im Umfang von 50 Millionen Euro. Kernstück der Reform soll eine ärztliche Versorgung aus einer Hand sein, die in Zukunft von eigens eingerichteten medizinischen Versorgungszentren übernommen werden kann.

Dafür müssten die Zentren geeignet sein, die von erwachsenen Menschen mit Behinderungen speziell benötigten Gesundheitsleistungen „an einem Ort und mit vertretbarem Aufwand aus einem Guss zu erbringen“, heißt es im Arbeitsentwurf für das so genannte Versorgungsstärkungsgesetz von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Demnach sind auch Anreize für Ärzte vorgesehen, die sich eigens auf die Behandlung Behinderter einrichten. So sollen Mediziner, die eine Praxis übernehmen wollen und sich verpflichten, die Räumlichkeiten barrierefrei zu gestalten, bei der Vergabe des Arztsitzes bevorzugt werden. „Hiermit soll die Zahl der barrierearmen Arztpraxen erhöht werden“, heißt es im Arbeitsentwurf des Gesetzes. „Wir wollen eine bessere Versorgung von Menschen mit Behinderung, denn die fallen mit ihren speziellen Bedürfnissen zu oft hinten runter“, sagte der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn der „Welt“. Das Gesetz soll noch vor Weihnachten im Kabinett verabschiedet werden und nach den parlamentarischen Beratungen Mitte 2015 in Kraft treten. Union und SPD hatten ein entsprechendes Vorhaben in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben. Hintergrund ist das Gefälle zwischen dem Versorgungsniveau für behinderte Kinder und dem Behandlungslevel für Erwachsene mit Behinderungen. Für Kinder bieten sozialpädiatrische Zentren quer durch die Republik ein breites Behandlungsspektrum von Ärzten, Therapeuten, Beratungsstellen und Hilfseinrichtungen an. Ein flächendeckendes vergleichbares Versorgungsnetz gibt es für Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen bislang nicht.

Über dts Nachrichtenagentur

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