Bericht: Istanbuler Attentäter kein Einzeltäter

Istanbul (dts Nachrichtenagentur) – Der Selbstmordanschlag vor der Blauen Moschee in Istanbul im Januar mit zwölf toten Deutschen war offenbar nicht das Werk eines Einzeltäters. Der Attentäter Nabil F. hatte die Instruktionen laut eines Berichts der „Süddeutschen Zeitung“ von Kadern der Terrormiliz „Islamischer Staat“ bekommen. Er hatte bei vielen seiner Schritte Helfer, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Justizunterlagen.

Sie ermöglichen eine Rekonstruktion des Verbrechens. Die türkischen Behörden halten demnach einen IS-Funktionär mit dem Decknamen Omar Ebu Abid für den Auftraggeber des Attentats. Der Mann werde als Auslandschef bezeichnet und sei flüchtig. Er wird im Irak vermutet, heißt es laut SZ in der Anklageschrift. In Istanbul hat der Prozess gegen die Hintermänner begonnen. Insgesamt 26 Männer stehen vor Gericht. Die Vorwürfe reichen über illegalen Sprengstoffbesitz und Mitgliedschaft in einer Terrororganisation bis hin zu Beihilfe zum Mord. Omar Ebu Abid habe das Attentat „gesteuert und bis zum Ende verfolgt“, heißt es in dem Bericht. Der Selbstmordattentäter Nabil F. habe zuvor in Syrien bereits für den IS gekämpft. Er sei am 18. Dezember in die Türkei gekommen. Er habee Unterstützer gehabt, die ihn und die Bombe nach Istanbul gebracht hätten. Dem Attentat sei eine akribische Vorarbeit vorausgegangen. Mindestens dreimal habe F. den späteren Anschlagsort besucht. Zuvor habe er auch andere bei Touristen beliebte Plätze in Istanbul wie den Taksim oder die beliebte Einkaufsstraße Istiklal ausgekundschaftet.

Blaue Moschee in Istanbul, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Blaue Moschee in Istanbul, über dts Nachrichtenagentur