Bericht: IS verzeichnet bei Öleinnahmen "erhebliche Einbußen"

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Berlin – Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) erzielt mit dem Verkauf von Öl nach Schätzung der Bundesregierung derzeit noch Einnahmen von maximal 200.000 US-Dollar pro Tag: Dabei hätten die Terroristen mit „erheblichen Einbußen“ nach dem Verfall des Ölpreises zu kämpfen, zitiert die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Freitag) aus einem Antwortschreiben des Auswärtigen Amtes auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion. Demnach fördert der IS täglich etwa 28.000 Barrel Öl in den besetzten Gebieten in Irak und Syrien. Der Bundesnachrichtendienst hatte die tägliche Fördermenge im August noch auf 64.000 Barrel geschätzt.

„Kriminelle Einkommensquellen tragen dazu bei, die Verluste im Ölgeschäft auszugleichen“, heißt es laut NOZ in dem Schreiben. Einnahmen erziele der IS demnach durch Lösegeld aus Geiselnahmen, den Verkauf von Kunst- und Kulturgütern, aber auch durch eine Abgabe von fünf bis 15 Prozent, die Bewohner innerhalb des Herrschaftsgebietes der Terrororganisation entsprechend ihres Einkommens leisten müssten. Hinzu kämen weitere Gebühren sowie eine Extra-Abgabe, die Nicht-Muslime, so genannte Schutzbefohlene, leisten müssten. Die Finanzreserven des IS taxiert die Bundesregierung dem Bericht zufolge auf ein bis zwei Milliarden US-Dollar. So habe die Terrororganisation bei der Plünderung der Nationalbank in Mossul mehrere Hundert Millionen US-Dollar erbeutet. „Geiselnahmen sind nach Einschätzung der Bundesregierung eine wesentliche Einnahmequelle“, zitiert die NOZ weiter aus dem Schreiben. So habe der IS eine vierstellige Zahl jesidischer oder christlicher Frauen und Kinder in die Sklaverei verschleppt. Käufer der Menschen kämen zum überwiegenden Teil aus der Region Irak und Syrien. „Es gibt auch vereinzelt Hinweise auf wohlhabende Käufer aus den benachbarten Staaten“, so das Auswärtige Amt. Ob der IS auch deutsche Geiseln gefangen hält oder gefangen gehalten hat, lässt die Regierung laut NOZ unbeantwortet. Die Einnahmen aus dem Verkauf von Kulturgütern „dürften Schätzungen zufolge im Millionenbereich (US-Dollar) liegen.“ Es sei zu vermuten, dass die archäologischen und antiken Fundstücke in die Golfstaaten, nach Nordamerika aber auch nach Europa verkauft würden, heißt es weiter. Zum Thema Spenden heißt es laut NOZ: „Der Bundesregierung liegen Hinweise vor, nach denen ISIS durch private Finanziers in den Golfstaaten begünstigt wird.“ Spenden werden zum Teil unter dem Deckmantel von Hilfsorganisationen, aber auch offen gesammelt. Angesichts der anderweitig hohen Einnahmen dürfte der Stellenwert von Spenden für IS nach Einschätzung des Auswärtigen Amtes jedoch gesunken sein.

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