Bericht: IS verdient durch Erdöl-Verkauf deutlich weniger als gedacht

Euro- und Dollarscheine, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Euro- und Dollarscheine, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) verdient offenbar deutlich weniger durch den Verkauf von Erdöl als bislang angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt der Bundesnachrichtendienst (BND) in einer vertraulichen Analyse für die Bundesregierung, berichten die „Süddeutsche Zeitung“, der NDR sowie WDR. In der Vergangenheit war, teilweise unter Verweis auf US-Sicherheitskreise, von Öl-Einnahmen des IS in Höhe von einer Milliarde US-Dollar jährlich berichtet worden. Einige Experten gingen sogar von Jahreserlösen in Höhe von zwei bis drei Milliarden Dollar jährlich aus.

Der BND hält laut der „Süddeutschen Zeitung“, WDR und NDR die Spekulationen über derart hohe Einnahmen für „weit übertrieben“ und geht von Einnahmen des IS aus dem Ölgeschäft von weniger als hundert Millionen Dollar im Jahr aus. Die Ölproduktion sei im Niedergang: Ölexporte würden auch durch die Luftschläge der von den USA geführten Koalition zunehmend erschwert, es fehle zudem an Experten zum Betreiben der Anlagen in Syrien und im Irak. Den größten Teil der noch vorhandenen Ölförderung verbrauche der IS in den von ihm kontrollierten Gebieten weitgehend selbst. Eine ausreichende Versorgung der Zivilbevölkerung könne der IS derzeit nicht leisten. Dennoch gilt nach den Berichten der drei Medien der IS weiterhin als reichste Terrorgruppe der Welt. Ihr Vermögen werde von einigen Nachrichtendiensten auf weit über eine Milliarde Dollar geschätzt. Die Gelder stammten unter anderem aus Erpressung, Kunstraub, Entführungen und Schmuggelgeschäften. Früher sei angeblich Erdöl die Haupteinnahmequelle gewesen. Heute seien es angeblich die Steuern. Auch kontrolliere der IS mittlerweile einen Großteil des Weizenhandels im Irak.

Über dts Nachrichtenagentur

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