Bericht: Flugfehler führte zu Kollision von Learjet mit Eurofighter

Berlin – Die Kollision eines Learjets mit einem Eurofighter der Bundeswehr im Juni geht offenbar auf einen zu engen Kurvenradius des zivilen Flugzeugs zurück. Das geht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge aus einem Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hervor. Bereits kurz nach dem Unfall, bei dem Pilot und Kopilot des Learjets starben, hatte es demnach erste Hinweise auf diese Ursache gegeben.

Der Learjet und zwei Eurofighter waren am 23. Juni eine routinemäßige Übung geflogen. Dabei ging es um die Simulation einer Lage, in der ein Flugzeug unidentifiziert im Luftraum unterwegs ist. Solche Situationen gibt es häufiger. Die Gründe dafür, dass kein Funkkontakt besteht, sind laut SZ in den allermeisten Fällen harmloser Natur. Aufgabe der Alarmrotten der Luftwaffe ist es in solchen Fällen demnach, zunächst Sichtkontakt zu dem Flieger aufzunehmen und zu klären, ob es sich etwa um eine Entführung handelt. Wird die Funkverbindung auch danach nicht wieder hergestellt, sollen sie das Flugzeug zur Landung zwingen. Bei der Übung im Juni sei eines der Kampfflugzeuge neben den Learjet geflogen, und die Piloten hätten wie vorgesehen miteinander kommuniziert. Wie aus dem BFU-Bericht hervorgehe, sollte dann simuliert werden, dass ein imaginärer Entführer des Learjets von dessen Insassen überwältigt worden sei – das Zivilflugzeug sollte daraufhin dem Eurofighter folgen. Der Kampfjet sei nun eine Linkskurve geflogen, während der Learjet zunächst leicht nach rechts gesteuert habe und sei dann ebenfalls in eine Linkskurve gegangen. Laut der Aufzeichnungen des „Cockpit Voice Recorders“ sagte der Kopilot des Learjets zu diesem Zeitpunkt: „Kannst du mal nehmen, ich kann den nicht mehr sehen.“ Zehn Sekunden später zeichnete der Rekorder laut Bericht „dumpfe Geräusche auf, bevor die Aufzeichnung nach einer Sekunde stoppte“m schreibt die SZ weiter. Zum Zeitpunkt der Kollision habe der Learjet eine deutlich zu enge Linkskurve geflogen, wodurch er mit dem Eurofighter kollidiert sei. Dessen Pilot gab dem Bericht zufolge später an, er habe eine Erschütterung wahrgenommen und „im Spiegel schwarzen Rauch gesehen“, während der Learjet „verschwunden gewesen“ sei. Der Pilot des zweiten Eurofighters, der sich hinter den beiden anderen Flugzeugen gehalten hatte, gab an, er habe „eine kleine Explosion“ wahrgenommen. Der Learjet stürzte ab und prallte am Rand des Ortes Elpe im Sauerland auf. Der beschädigte Eurofighter, bei dem unter anderem ein Außentank abgerissen war, steuerte den Fliegerhorst Nörvenich an.

Über dts Nachrichtenagentur

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