Bericht: EZB kann ihr ABS-Programm nicht selbst umsetzen

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Berlin – Die Europäische Zentralbank (EZB) wird den angekündigten Aufkauf von verbrieften Krediten offenbar nicht komplett selbst umsetzen können. Vielmehr ist laut eines Berichts der „Welt“ geplant, den Kauf von so genannten ABS-Papieren auszulagern. Banken oder andere Finanzdienstleister wie Blackrock würden die Wertpapiere dann im Auftrag der EZB die Wertpapiere erwerben, heißt es in dem Bericht weiter.

Entsprechende Pläne wurden demnach in der Sitzung des EZB-Rats in dieser Woche präsentiert. „Weder die EZB noch die nationalen Zentralbanken haben die Kapazitäten und die nötige Erfahrung für diese Geschäfte“, heißt es laut „Welt“ in Notenbankkreisen. Die Auslagerungspläne zeigten, auf welches komplexe Vorhaben sich die EZB mit ihrem ABS-Programm einlasse. In diesen Asset-Backed Securities sind zahlreiche Kredite gebündelt, die Banken beispielsweise an Mittelständler oder Hauskäufer vergeben haben. Die EZB hatte am Donnerstag angekündigt, solche Kreditbündel aufzukaufen, um zusätzliches Geld in die Finanzmärkte zu pumpen und die Bilanzen der Banken zu entlasten. Dies soll die lahmende Kreditvergabe in Europa in Schwung bringen. Mit dem Erwerb von ABS-Papieren habe das Euro-System, bestehend aus der EZB und den 18 nationalen Zentralbanken, jedoch bislang praktisch keine Erfahrung, heißt es der Zeitung zufolge in Finanzkreisen. Deshalb sei die Notenbank zumindest in einem ersten Schritt auf externe Unterstützung angewiesen. Selbst umsetzen will die EZB der Zeitung zufolge den Kauf von Pfandbriefen, den der Rat am Donnerstag ebenfalls beschlossen hatte. Mit diesen so genannten Covered Bonds haben die Notenbanken des Euro-Systems Erfahrung: In den Jahren 2009 bis 2012 hatten sie schon einmal solche Wertpapiere in einem Volumen von mehr als 70 Milliarden Euro aufgekauft. Ein EZB-Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren, schreibt die „Welt“ weiter. Die endgültige Ausgestaltung des ABS-Programms will die EZB im Oktober bekanntgeben.

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