Bericht: Europäische Rüstungskonzerne planen gemeinsames Drohnenprojekt

US-Drohne des Typs MQ-1 Predator, über dts Nachrichtenagentur
Foto: US-Drohne des Typs MQ-1 Predator, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach Recherchen des ARD-„Hauptstadtstudios“ planen das deutsch-französische Luftfahrtunternehmen Airbus Defence and Space, das französische Unternehmen Dassault Aviation und das italienische Unternehmen Alenia Aermacchi ein neues europäisches Drohnenprojekt namens MALE2020. In einer für Montag geplanten Pressemitteilung der drei Rüstungskonzerne, die dem ARD-„Hauptstadtstudio“ exklusiv vorliegt, heißt es: „Airbus Defence and Space, Dassault Aviation und Alenia Aermacchi haben den Verteidigungsministerien Frankreichs, Deutschlands und Italiens ein Angebot zur Formulierung eines europäischen Drohnenprogramms für mittlere Flughöhe und lange Flugdauer (MALE) vorgelegt.“ In einer Definitionsphase, heißt es in der Mitteilung weiter, sollen die Regierungen, die Streitkräfte und die Konzerne der drei Länder gemeinsam ihre Anforderungen an ein europäisches Drohnen-Entwicklungsprogramm formulieren und koordinieren. Der Vorstoß der Industrie zum jetzigen Zeitpunkt kommt nicht von ungefähr: Zum einen startet am Dienstag die internationale Luftfahrtausstellung in Berlin.

Zum anderen hat die schwarz-rote Koalition den Bedarf an einer europäischen Drohne bereits im Koalitionsvertrag festgelegt. Dementsprechend optimistisch ist Airbus Defence CEO Bernhard Gerwert: „Bei unseren Streitkräften besteht ein eindeutiger Bedarf. Wir wollen unsere intensiven Gespräche mit den Verteidigungsministerien fortsetzen und sind zuversichtlich, in Kürze den nächsten Schritt zu tun.“ Luftwaffenchef Karl Müllner fordert schon lange die bewaffnete Drohne. Unterstützung bekommt er aus der Union. CSU Bundestagsmann Florian Hahn, Mitglied im Verteidigungsausschuss, sieht das Angebot der Industrie positiv. „Eine gute Initiative zur richtigen Zeit. Aus meiner Sicht ist eine europäische Entwicklung Garant für eine bewaffnete Technologie, die auch unseren ethischen Ansprüchen gerecht wird,“ so Hahn gegenüber dem ARD-„Hauptstadtstudio“.

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