Bericht: Einsatzbereitschaft der Marine eingeschränkt

Berlin – Die Einsatzbereitschaft der deutschen Marine ist durch den Ausfall zahlreicher Hubschrauber offenabr eingeschränkt. Von allen 22 Bordhubschraubern des Typs Sea Lynx Mk88A der Marine sei derzeit kein einziger „flugklar“, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Montagsausgabe) unter Berufung auf ein Dokument aus dem Verteidigungsministerium. Der Ausfall beeinträchtige auch die Beteiligung an der EU-Mission „Atalanta“ am Horn von Afrika.

Eine „Aufklärung des Sachverhalts und eine Rückkehr zum normalen Flugbetrieb“ seien „dieses Jahr nicht mehr zu erwarten“, heißt es der SZ zufolge in der Vorlage aus der Abteilung Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung. Der Sea Lynx wird seit 1981 eingesetzt und ist vor allem für die Jagd auf U-Boote sowie für Transporte und Rettungseinsätze bestimmt. Er macht etwa die Hälfte der Marine-Hubschrauberflotte aus. Die andere Hälfte besteht aus 21 Hubschraubern vom Typ Sea King. In der Ministeriumsvorlage heißt es laut SZ, am 16. Juni sei an Bord der Fregatte „Lübeck“ an einem Sea Lynx ein etwa 20 Zentimeter langer „Durchriss der Beplankung im Heckkonus festgestellt worden“. Daraufhin habe man entschieden, „den Flugbetrieb mit diesem Hubschraubermuster bis auf Weiteres einzustellen“ und habe für alle Sea Lynx „Sonderkontrollen“ eingeleitet. Diese hätten an drei weiteren Hubschraubern „ein ähnliches Schadensbild durch Risse im Heckkonus“ und „umfangreiche Beanstandungen“ bei zusätzlichen Hubschraubern ergeben. Am 7. August sei dann der Flugbetrieb unter Auflagen wieder freigegeben worden. So habe der „Leitende Ingenieur für Marineluftfahrzeuge“ das maximale Abfluggewicht verringert und zusätzliche Kontrollen angeordnet. „Die notwendigen Instandsetzungsmaßnahmen dauern jedoch an“, heißt es der Zeitung zufolge in der Vorlage weiter, „sodass aktuell keines dieser Luftfahrzeuge flugklar ist“.

Über dts Nachrichtenagentur

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