Bericht: Brüssel sorgt sich um möglichen Bank-Run in Griechenland

Geldautomat in Athen, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Geldautomat in Athen, über dts Nachrichtenagentur

Brüssel/Athen – In Brüssel wächst nach Informationen der „Welt“ die Angst vor einem möglichen Bank-Run in Griechenland. Man müsse befürchten, dass die Kunden schon in den nächsten Tagen in großem Stil ihre Konten plündern könnten, verlautete laut der Zeitung aus Kreisen der EU-Kommission. Es müssten nun rasch Signale her, die das Vertrauen der Menschen in die griechischen Banken stützten, hieß es.

Solche Signale könnten aber nur von der griechischen Regierung selbst kommen. Gemeint ist damit wohl vor allem, dass sich Ministerpräsident Alexis Tsipras kompromissbereiter zeigen solle, um den Weg für ein neues Hilfsprogramm für Griechenland zu ebnen. So ist die Warnung vor einem Bank-Run womöglich auch ein Mittel, um die Regierung in Athen unter Druck zu setzen. Fakt sei laut der „Welt“ aber auch, dass die griechischen Sparer bereits in den vergangenen Wochen ihr Vertrauen in die Banken des Landes zunehmend verloren hätten. Verschiedenen Meldungen zufolge haben sie Einlagen in Milliardenhöhe abgezogen. Die griechische Zentralbank musste nach Informationen der Zeitung bereits in größerem Umfang mit Notfall-Krediten einspringen, im Fachjargon Emergency Liquidity Assistance (ELA) genannt. Damit können die Banken die Einlagenabflüsse zunächst ausgleichen. Die Notfallkredite in Griechenland beliefen sich derzeit bereits auf einen einstelligen Milliardenbetrag, heißt es in Notenbankkreisen. Griechische Banken hatten von dem Instrument schon in früheren Phasen der Euro-Krise in großem Stil Gebrauch gemacht, ehe der ELA-Bestand im vergangenen Jahr bis praktisch auf Null abgeschmolzen wurde, wie die Bilanz der griechischen Zentralbank zeigt.

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