Bericht: Baumaschinen tragen stärker zur Luftverschmutzung bei als bekannt

Berlin – Baumaschinen tragen in deutschen Städten in weit größerem Maße zur Verschmutzung der Atemluft mit gesundheitsschädlichen Feinstaub-Partikeln bei als bisher bekannt. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor, berichtet die „Berliner Zeitung“. Darin heiße es, die Hälfte der Feinstaub-Emissionen des Straßenverkehrs „aus motorischer Verbrennung im städtischen Bereich“ seien auf den Betrieb von Baumaschinen zurückzuführen.

Bezogen auf den gesamten Straßenverkehr – also auch den in ländlichen Räumen – betrage der Anteil ein Fünftel. „Baumaschinen stellen eine relevante Quelle motorischer Emissionen dar. Sie können punktuelle Belastungen verursachen, die zur Überschreitung der Feinstaub-Grenzwerte beitragen können“, räumt die Regierung ein. Die Erkenntnisse dürften die Debatte über Luftqualität und Gesundheitsschutz neu entfachen: Erst kürzlich hatte das Umweltbundesamt vor einer außergewöhnlich hohen Feinstaub-Belastung in Großstädten gewarnt, schreibt die Zeitung. Schon jetzt zeichne sich ab, dass die zulässigen Grenzwerte an zahlreichen Messstellen in diesem Jahr nicht eingehalten werden könnten. Die EU gestattet einen Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft. Dieser darf höchstens an 35 Tagen überschritten werden. An einer Stelle in Stuttgart sei dies im laufenden Jahr bereits an mehr als 50 Tagen geschehen, an der Silbersteinstraße in Berlin-Neukölln exakt an 35 und im Raum Leipzig/Halle an mehr als 30 Tagen, berichtet die „Berliner Zeitung“. Die Grünen forderten die Bundesregierung am Montag auf, schnellstmöglich auf eine Minderung der Feinstaub-Belastung durch Baumaschinen hinzuwirken. Alte Maschinen müssten mit Partikel-Filtern ausgerüstet werden, so Umwelt-Experte Peter Meiwald. „Als Anreiz könnten öffentliche Aufträge nur noch an solche Bauunternehmen gehen, deren Maschinenpark entsprechende Grenzwerte einhält.“ Schwarz-Rot müsse sich auch auf EU-Ebene für strengere Regeln einsetzen. Die Regierung geht davon aus, dass in Deutschland zwischen 2007 und 2011 jährlich rund 47.000 Menschen wegen Feinstaub-Erkrankungen vorzeitig starben.

Über dts Nachrichtenagentur

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