Bericht: Anteil von Hartz-IV-Empfängern beeinflusst kommunalen Schuldenstand

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Berlin – Ein wesentlicher Schuldentreiber für Städte und Gemeinden ist der Anteil von Hartz-IV-Empfängern: Das ergibt sich nach einem Bericht der F.A.Z. (Samstagsausgabe) aus einer Analyse des Kieler Instituts für Weltwirtschaft. Neben vielen Hartz-IV-Beziehern in Relation zur Bevölkerung (SGBII-Quote) spielt demnach für den Schuldenstand die Einwohnerdichte sowie das Bundesland eine wichtige Rolle. „Die hohe Bedeutung der SGBII-Quote zeigt, dass die kommunale Verschuldung von äußeren Faktoren abhängt, die die Kommunen selbst kaum beeinflussen“, sagte der Jens Boysen-Hogrefe, Ökonom am Kieler Institut.

Er hat statisch untersucht, mit welchen Faktoren die Schulden in den Landkreisen und kreisfreien Städten zusammenhängen. Je höher die Dichte und Zahl der Einwohner sei, desto stärker sei der Ort im Durchschnitt verschuldet. Weniger entscheidend seien Arbeitslosenquote und die Wirtschaftsleistung je Einwohner. „Langzeitarbeitslose und Sozialstruktur sind wesentlicher entscheidend“, sagte er der F.A.Z. Im Westen Deutschlands hänge der Schuldenstand einer Gemeinde wesentlich am Bundesland, in dem die Stadt liegt. „Städte und Gemeinden in Schleswig-Holstein sind relativ geringer verschuldet, während jene in Rheinland-Pfalz, Hessen und vor allem im Saarland mit einer höheren Verschuldung kämpfen“, sagte Boysen-Hogrefe. Das liege auch am unterschiedlichen kommunalen Finanzausgleich und den damit verbundenen Zahlungen der Bundesländer. Für die Analyse hat der Ökonom Daten des Statischen Bundesamtes verwendet und die Schulden von Gemeinden, Gemeindeverbänden und Landkreisen auf Landkreisebene am Jahresende 2012 zusammengerechnet. Dies variiert deutlich: Die Pro-Kopf-Verschuldung im Kreis Eichstätt beträgt etwa 420 Euro, während Darmstadt auf mehr als 12.600 Euro kommt.

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