Bericht: 15 deutsche Dschihadisten bei somalischer Terror-Miliz Al-Schabab

Berlin – Insgesamt 15 deutsche Dschihadisten kämpfen derzeit in Somalia auf Seiten der radikal-islamischen Al-Schabab-Milizen. Dies geht nach „Focus“-Infor­mationen aus der Anklage der Bundesanwaltschaft gegen sechs Bonner Somalia-Rückkehrer hervor. Den Erkenntnissen zufolge wollten zwischen 2008 und 2014 etwa 30 deutsche Extremisten in die Krisenregion am Horn von Afrika reisen, um sich den somalischen Terror-Milizen anzuschließen.

Zahlreiche Anschläge in den somalischen Nachbarstaaten gingen in den ver­gangenen Jahren auf das Konto der gut 5.000 Mann starken Miliz. So töteten Al-Schabab-Terroristen am 21. September 2013 bei einem Überfall auf ein Einkaufs­zentrum in Nairobi 74 Menschen, mehr als 200 wurden verletzt. Fünf der angeklagten Bonner Dschihadisten durchliefen in einem Schabab-Trainings­camp eine monatelange Ausbildung an schweren Waffen und Hand­granaten. Danach wurden sie an der Front gegen die somalischen Regierungs­truppen eingesetzt, heißt es in dem Bericht. Manche von ihnen rechneten laut Anklage damit, als Selbstmord­attentäter zu sterben und hatten von sich Abschiedsvideos drehen lassen. „Wer an der AK-47 ausgebildet wird, kann auch damit umgehen“, tönte ein Angeklagter seinerzeit. Ein Jahr später aber hatte die Bonner Clique genug von den Kämpfen in Somalia. Die Drohnen-Angriffe durch US-Streitkräfte, der Zwist in der Führung der Schabab-Milizen ließ sie flüchten. Im August 2014 wurden sie in Nairobi festgesetzt und nach Deutschland abgeschoben.

Über dts Nachrichtenagentur