Bauernverband: Europäische Standards nicht für TTIP opfern

Berlin – Bauernverbands-Präsident Joachim Rukwied hat davor gewarnt, bei den Verhandlungen um das Freihandelsabkommen TTIP zwischen den USA und Europa europäische Standards zu opfern. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag) vor Beginn der „Grünen Woche“ in Berlin sagte Rukwied: „Wir sagen ja zu TTIP, aber nicht zu jedem Preis.“ Unterstützung findet Rukwied bei Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne).

Er warnte im Gespräch mit der Zeitung vor „enormen Auswirkungen für die niedersächsische Landwirtschaft“. Gerade Geflügel in der deutschen „Hühnerhochburg“ Niedersachsen sei gefährdet: „Die Amerikaner produzieren ihr Geflügelfleisch 20 bis 30 Prozent günstiger als wir. Kommen die Chlorhähnchen nun unkontrolliert auf unseren Markt, steht ein massiver Rückbau der Ställe in Niedersachsen zu befürchten.“ Bauernpräsident Rukwied forderte die Bundesregierung zudem auf, auch die Voraussetzungen für den Export deutscher Agrarprodukte nach Asien oder Afrika zu schaffen. Die Nachfrage sei vorhanden. „Nur fehlt es an Voraussetzungen für den Export in Form bilateraler Abkommen. Da muss sich etwas tun.“

Über dts Nachrichtenagentur