Bad Wörishofen – CO-Gefahren an der Einsatzstelle – Richard Pyrek und Wolfgang Bauer referieren vor 180 Einsatzkräften von Feuerwehr, BRK, Polizei und JUH

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Richard Pyrek - Berufsfeuerwehr Wien (A), Inspektionsrauchfangkehrermeister

Richard Pyrek – Berufsfeuerwehr Wien (A), Inspektionsrauchfangkehrermeister

Kohlen(stoff)monoxid (kurz CO) stellt eine weithin unterschätzte Gefahr dar, die insbesondere auch Einsatzkräften von Feuerwehr, Rettungsdienst, THW und Polizei im Ernstfall zum Verhängnis werden kann.

Peter Eichler - Kommandant Feuerwehr Bad Wörishofen

Peter Eichler – Kreisbrandmeister & Kommandant Feuerwehr Bad Wörishofen

Die Freiwillige Feuerwehr Bad Wörishofen hat  am Samstag, 19.11.2016, einen Fachvortrag im Kurtheater Bad Wörishofen zum Thema „Gefährdung durch Kohlenmonoxid (CO) an der Einsatzstelle“ organisiert. Kommandant Peter Eichler berichtet bei seiner Begrüßung von jährlich über 30 Türöffnungen zu denen die Feuerwehr Bad Wörishofen ausrückt. Gerade hier weiß man oftmals nicht, was für Gefahren hinter der Türe auf die Einsatzkräfte warten. Aber nachdem das Thema nicht nur wichtig die für die Einsatzkräfte aus Wörishofen ist, hat die Feuerwehr den gesamten Kreisfeuerwehrverband Unterallgäu eingeladen und weitere Hilfsorganisationen. Kreisbrandrat Alexander Möbus bedankte sich bei der Feuerwehr und Stadt Bad Wörishofen für die Organisation und Einladung.

Richard Pyrek - Berufsfeuerwehr Wien (A), Inspektionsrauchfangkehrermeister

Richard Pyrek – Berufsfeuerwehr Wien (A), Inspektionsrauchfangkehrermeister

Referent Richard Pyrek, Inspektionsrauchfangkehrer bei der Berufsfeuerwehr Wien, der weit über die Grenzen hinaus als Spezialist und Sachverständiger zu diesem Themenkomplex bekannt ist, erläuterte gut verständlich, wie das lebensgefährliche, farb- und geruchlose Gas beispielsweise durch Gasthermen, Pelletslager oder Kohlegrills in Privathaushalten entstehen kann, und welche Gefahren damit verbunden sind..
Unterhaltsam, aber eindringlich, zeigte Pyrek im Versuch, dass das Gas im Gegensatz zu Rauch auch Wände durchdringt und sich so heimtückisch verbreiten kann. Rund 180 Teilnehmer von Feuerwehr, BRK, JUH, Polizei u.a. weitere Interessierte folgten den Ausführungen des CO-Experten aus Österreich.

Wolfgang Bauer - Stadtbrandinspektor Stadt Memmingen, Feuerwehr Memmingen

Wolfgang Bauer – Stadtbrandinspektor Stadt Memmingen, Feuerwehr Memmingen

Erst im vergangenen Oktober kam es im Altstadtkern von Memmingen, in einem Hotel- und Gaststättenbetrieb, zu einem Zwischenfall mit Kohlenmonoxid, bei dem insgesamt 106 betroffene Personen registriert worden waren, darunter auch einige Einsatzkräfte vom Rettungsdienst und Feuerwehr. Stadtbrandinspektor Wolfgang Bauer von der Freiwilligen Feuerwehr Memmingen, der diesen Einsatz auch später führte, berichtete den anwesenden Publikum von den Geschehnissen des Tages und mit welchen Problemen auch ein Einsatzleiter bzw. Einsatzleitung bei einem solchen Ereignis zu kämpfen hat. Auch hier ist nach ersten Erkenntnissen eine Heizblockkraftwerk für das Entstehen des Kohlenmonoxids verantwortlich gewesen. Bei diesem Zwischenfall kam ein Rettungsassistent, der Johanniter-Unfall-Hilfe mit dem Rettungswagen zum Einsatz, der einen CO-Warner trug. Diesem Umstand dürfte es zu verdanken sein, dass nicht noch mehr Einsatzkräfte vergiftet worden sind und die Gefahr rasch erkannt wurde.

Richard Pyrek - Berufsfeuerwehr Wien (A), Inspektionsrauchfangkehrermeister

Richard Pyrek – Berufsfeuerwehr Wien (A), Inspektionsrauchfangkehrermeister

Kohlenmonoxid ist ein heimtückisches Gas: es ist farb-, geruchs-, sowie geschmacklos, so dass es von menschlichen Sinnen nicht wahrgenommen werden kann. Es löst keine Atemnot aus. Sobald man Indizien wie beschlagene Fenster (Kondenswasser) entdeckt, bzw. Symptome wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Bewusstseinseintrübungen etc. bemerkt, ist es meist bereits zu spät. Ohne ein CO-Warngerät, das die Umgebungsluft an der Einsatzstelle überprüft, hat man keinen Schutz als Einsatzkraft.
Die Teilnehmer der Veranstaltung waren begeistert von den Vortragsart von Richard Pyrek. Er verstand es den Einsatzkräften das Thema CO-Gefahren theoretisch und in praktischen Versuchen näher zu bringen und sie für die Gefahren zu sensibilisieren. Auch der Einsatzbericht von SBI Bauer gab den anwesenden einen Einblick in die Geschehnisse von dem Großalarm in Memmingen. Die Besucherstimmen zu den beiden Vorträgen waren durchweg positiv. So etwas könnte man ruhig öfters veranstalten, so einige Besucher.

CO-Diffusion durch Wände

CO-Diffusion durch Wände

Die Feuerwehr Bad Wörishofen kümmerte sich dankenswerterweise um die Organisation und Bewirtung der Veranstaltung.

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