Bad Wörishofen – Bundesweit gesuchter Dieb in der Therme verhaftet

Lkrs. Unterallgäu/Bad Wörishofen | 20.10.2011 | 11-1217

polizei 3Mit der Dusche im Gefängnis bis auf weiteren Vorlieb nehmen muss ein „Badegast“ der Therme in Bad Wörishofen, den die Polizei am Montagnachmittag, 17.10.2011, – im wahrsten Sinne des Wortes – aus dem Wasser gefischt hat. Der Mann steht in Verdacht, in einer Vielzahl von Fällen Spinde in Thermen und Bädern in ganz Deutschland aufgebrochen und hieraus vorwiegend Bargeld und Wertsachen entwendet zu haben. Die Polizei aus Hessen fahndete bereits nach dem Mann. Er sitzt nun in Untersuchungshaft.

Spindaufbrüche in Badeanstalten, Hallenbädern und Thermen sind ein bundesweites Phänomen, mehrere Täter haben sich hierauf spezialisiert und verbinden ihren Badeausflug mit anschließenden Beutezügen. So auch im Falle eines 47-jährigen Mannes, dessen kriminelle bundesweite Aktivitäten in der Therme in Bad Wörishofen ein jähes Ende fanden. Aufgrund einer Tat im hessischen Dietzenbach war bereits nach dem Mann gesucht worden, in diesem Zusammenhang wurde auch die Therme in Bad Wörishofen durch die Beamten überprüft.

Hier wurden Beamten der Polizeiinspektion Bad Wörishofen am Montagnachmittag, in doppelter Hinsicht fündig: Auf dem Parkplatz stand das Fahrzeug, das bereits auf der Fahndungsliste der Polizei stand. Auch im Bad mussten die Beamten nicht lange suchen und wurden auf zwei Männer im Schwimmbecken aufmerksam. Der 47-jährige Mann und sein 16-jähriger Sohn aus Winterberg (Hochsauerlandkreis, NRW) wurden beim Baden festgestellt.

Zur Überprüfung wurden die beiden von den Beamten aus dem Wasser gebeten. Nach den ersten Abklärungen und Recherchen fest, dass es sich bei dem Älteren um den Gesuchten handelt, der für die Tat in Dietzenbach verantwortlich gemacht wird. Darüber hinaus bestand der Verdacht, dass man es hier zumindest beim 47-Jährigen mit einem Seriendieb zu tun hatte, welcher für eine Vielzahl von Spindaufbrüchen im gesamten Bundesgebiet in Frage kommt. Das Badevergnügen der beiden endete somit nicht, wie vermutlich angedacht, mit einer weiteren Tat, sondern in der Arrestzelle der Polizei Bad Wörishofen.

Als wahre Fundgrube für Diebesgut entpuppte sich das auf dem Parkplatz vor der Therme abgestellte Fahrzeug der beiden. Darin wurden knapp zehn Handys, drei Navigationsgeräte, diverse Uhren und Schmuckstücke sowie ein Laptop sichergestellt. Auch nach dem Fahrzeug selber wurde bereits gesucht, dieses wurde in Brilon (Hochsauerlandkreis/NRW) unterschlagen.

Die Beamten versuchen nun, die sichergestellten Gegenstände entsprechenden Tatorten zuzuordnen, da sich der 47-Jährige an die einzelnen Taten nicht mehr erinnern kann. Bislang konnte aber ermittelt werden, dass der Mann in zahlreichen deutschen Freizeitbädern auf Diebestour war. Mehrere der sichergestellten Gegenstände konnten zwischenzeitlich einzelnen Taten in Witten (Ennepe-Ruhr-Kreis/NRW), Remagen (Lkrs. Ahrweiler/Rheinland-Pfalz), Brackenheim (Lkrs. Heilbronn), Bad Schussenried (Lkrs. Biberach/Riß) und Böblingen (alle Baden-Württemberg) zugeordnet werden.

Auch ein Spindaufbruch in einem Freizeitbad in Illertissen vom 25.09.2011 dürfte auf das Konto des Mannes gehen, entsprechende Bildaufnahmen von der Bargeld-Abhebung mit einer gestohlenen EC-Karte liegen vor.

Während der 16-jährige Sohn nach Hause entlassen wurde, beantragte die Staatsanwaltschaft Memmingen Haftbefehl aufgrund des Verdachts des gewerbsmäßigen Diebstahls gegen den Mann. Ein Ermittlungsrichter erließ Untersuchungshaftbefehl, seither sitzt der Mann in einer Justizvollzugsanstalt.

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