Axel-Springer-Vize: Sozialismus mit heutiger Technologie möglich

Berlin – Springer-Vize Christoph Keese hält das künftige Gelingen einer sozialistischen Planwirtschaft für möglich, jedenfalls mit der heute vorhandenen Technologie. Das geht aus einem Gespräch hervor, dass er mit der Tageszeitung „Junge Welt“ geführt hat. Darin sagte er: „Es könnte tatsächlich sein, dass die sozialistische Planwirtschaft an der damals noch nicht vorhandenen Technologie gescheitert ist und dass eine neue Planwirtschaft unter digitalen Vorzeichen möglich wäre. Die Cloud und das Internet sind die besten Instrumente dafür.“

Er habe sich „immer auch als eine Art Linker verstanden“, sagte der Vize-Präsident des Axel-Springer Konzerns in dem am Samstag erscheinenden Gespräch. Allerdings gebe es gesellschaftlich Ziele, die sich technisch nicht erreichen ließen. Hierzu zählt Keese das Glück. Die Marxisten, so meint er weiter, müssten sich angesichts der fortschreitenden technologischen Entwicklung außerdem um „die Trennschärfe von Begriffen Gedanken machen“. Beispielsweise sei die Linke aufgefordert, „neu zu definieren, was Eigentum in marxistischem Sinne im digitalen Zeitalter eigentlich genau ist“. In dem Gespräch geht es außerdem um soziale Verwerfungen im High-Tech-Kapitalismus, die Kalküle der Venture-Kapitalisten, Monopole von Internet-Konzernen und die kalifornische Ideologie. Anlass des Gesprächs ist Keeses gerade erschienenes Buch „Silicon Valley“.

Über dts Nachrichtenagentur

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