Axa-Chef unterstützt EZB-Politik

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Berlin – Axa-Konzernchef Henri de Castries unterstützt die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, Anleihen im Umfang von mehr als einer Billion Euro aufzukaufen. „Es ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ (Montagausgabe). Die Versicherer litten besonders unter den niedrigen Zinsen, die durch den EZB-Kurs hervorgerufen würden.

Deutsche Versicherer hatten die Politik zuletzt heftig kritisiert. Er sei anderer Ansicht, sagte de Castries. Erst jetzt habe die EZB alle Werkzeuge einer Zentralbank. „Sie kann Anleihen aufkaufen, behält aber eine Art Sicherheitsweste“, sagte er. „Das war ein sehr kluger Schachzug von Mario Draghi.“ De Castries sagte, die Digitalisierung der Versicherungsbranche sei eine vorrangige Aufgabe für die Assekuranz. „Wir brauchen eine ganz neue Kultur. Wenn man so schnell sein will wie die kleinen Start-ups aus dem Silicon Valley, dann braucht man die Kultur des Silicon Valley“, sagte er. Er verteidigte die Sammlung großer Datenmengen durch die Versicherer. „Je mehr Daten wir haben, je besser wir das Risiko einer Person analysieren können, umso besser können wir bei der Verhütung von katastrophalen Entwicklungen helfen“, sagte er. „Die Möglichkeiten der Datenanalyse sind phänomenal. Das kann Ihr Leben deutlich verbessern und verlängern.“ Allerdings gebe es auch Risiken. „Das ist ein wenig so wie im Goldrausch, nur dass diesmal die Daten das Gold sind.“

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