Autoindustrie will zügige Ausweitung des Gigaliner-Feldversuchs

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Berlin – Der Verband der Automobilindustrie (VDA) ruft die Politik dazu auf, den laufenden Feldversuch mit längeren Lastwagen auszuweiten. „Wir würden uns wünschen, dass die anderen Bundesländer ihre zögerliche Haltung überdenken, nachdem nun ja auch das Bundesverfassungsgericht den Feldversuch abgesegnet hat“, sagte Matthias Wissmann, Präsident des VDA der „Welt“ (Print: Samstag). Seit 2012 sind die Lang-Lkw, auch Gigaliner genannt, auf den deutschen Straßen in einem Feldversuch unterwegs.

Die Lastwagen sind deutlich länger als herkömmliche Lkw und können somit auch mehr Fracht transportieren. Allerdings beteiligen sich nur sieben von 16 Bundesländern an dem Versuch. Die Landesregierungen von Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein sowie die Bundestagsfraktionen von SPD und Grünen waren Ende Mai vor dem Bundesverfassungsgericht mit einer Klage gegen den Feldversuch gescheitert. Sie hatten eine unzureichende Einbindung des Bundesrats kritisiert. Die Landesregierungen fürchteten zudem, der Güterverkehr werde noch stärker von der Schiene auf die Straße verlagert. Wissmann zieht nun eine positive Zwischenbilanz des auf fünf Jahre angelegten Feldversuchs. „Die ersten Erfahrungen damit sind sehr gut“, sagte er. „Zwei dieser Lang-Lkw können das Gütervolumen von drei herkömmlichen Lkw transportieren. Entsprechend geringer sind auch die CO2-Emissionen pro Frachttonne.“ Die neuen, längeren Lastwagen sollen auch der Lkw-Branche neuen Auftrieb geben. Während sich in Ländern wie den USA und China die Branchenkonjunktur positiv entwickelt, ist die Nachfrage in Brasilien, Russland und Indien schwach, heißt es beim VDA. Auch der deutsche Markt ist schwach. Das hängt damit zusammen, dass Spediteure im vergangenen Jahr besonders viele Lkw orderten bevor die neue Abgasnorm Euro 6 in Kraft trat. „In Deutschland waren die ersten Monate stabiler, als manche das befürchtet hatten“, sagte Wissmann. „Im weiteren Jahresverlauf wird das Wachstumstempo aber etwas nachgeben, da werden die Folgen des Vorzieheffekts statistisch sichtbar.“

Über dts Nachrichtenagentur

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