Aufklärungstechnik des Euro Hawk kostet fast 300 Millionen Euro

Verteidigungsministerium, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Verteidigungsministerium, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Anders als im Untersuchungsausschuss zum Euro Hawk vor eineinhalb Jahren behauptet, ist auch die Signalerfassung der Aufklärungs-Drohne immer noch nicht einsatzbereit. Das geht aus zwei Antworten der Bundesregierung auf Anfragen der Grünen hervor, aus denen „Bild“ (Donnerstag) zitiert. Danach kostet allein die Wartung des Aufklärungssystems (ISIS) 2,6 Millionen Euro.

Für die Weiterentwicklung bis zur Serienreife rechnet die Bundesregierung sogar mit einer Viertelmilliarde Euro. Täuschung wirft Grünen-Verteidigungsexperte Tobias Lindner dem ehemaligen Verteidigungsminister Thomas de Maiziere (CDU) vor. Der habe dem Untersuchungsausschuss vorgegaukelt, dass das Aufklärungsmodul ein voller Erfolg und so gut wie fertig entwickelt sei, sagte Lindner zu „Bild“. „Anderthalb Jahre später beginnt das Verteidigungsministerium nun aber neue Verträge zu schließen.“ Außerdem bestehe das Risiko, dass das Drohnen-System für hunderte Millionen fertig entwickelt werde, ohne es nachher einsetzen zu können. „Das Kernproblem – eine zulassungsfähige Trägerplattform – ist nach wie vor nicht gelöst“, so Lindner.

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