Atomstreit: Steinmeier hofft auf Einigung mit Teheran

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier reist an diesem Wochenende nach Wien, um die Verhandlungen der Internationalen Kontaktgruppe zum iranischen Atomprogramm zu einem Abschluss zu bringen. „Wir verhandeln seit Wochen unter Hochdruck. Es besteht jetzt die Chance, diesen schon seit über zehn Jahren andauernden Konflikt endlich zu lösen“, erklärte Steinmeier der „Welt am Sonntag in einem Interview. Die letzten Gespräche mit seinem Amtskollegen Kerry und Sarif hätten gezeigt: Niemand wolle die Verhandlungen verlängern. Wörtlich sagte Steinmeier: „Jetzt gilt`s.

Unser Ziel ist, Ende Juni zum Abschluss zu kommen. Es kann aber sein, dass der 30. Juni mehr als 24 Stunden haben wird.“ Steinmeier warnte aber davor, „aus Angst vor Gesichtsverlust unverantwortliche Vereinbarungen“ zu unterschreiben. „Sollte es zu keiner Einigung kommen, verlieren alle.“ Der Iran verbliebe in der Isolation. Ein neues Wettrüsten in einer ohnehin von Krisen gebeutelten Region könnte die dramatische Folge sein. Wenn es aber bei der Frage der Kontrolle von militärischen Anlagen im Iran keine Klarheit gebe, „kann es keinen Abschluss geben“, warnte Steinmeier. „Das „Ob“ und das „Wo“ der Kontrolle kann nicht in Frage stehen, allenfalls das „wie“, sagte er der „Welt am Sonntag“ weiter.

Frank-Walter Steinmeier, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Frank-Walter Steinmeier, über dts Nachrichtenagentur