Argenbühl – Einsatzbericht der Feuerwehr Argenbühl

Argenbühl | 08.10.2011 | 11-1146

argenbuhl-nachtfoto

(go) Zwei tote Kinder, ein verletztes Elternpaar und ein weiteres verletztes Kind ist die traurige Bilanz eines Gebäudebrandes in der Nacht zum Samstag, 08.10.2011, auf einem landwirtschaftlichen Anwesen im Ortsteil Berfallen (Gemeind Argenbühl).

1.32 Uhr erfolgte durch die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle des Landkreises Ravensburg die Alarmierung der Feuerwehren Argenbühl und der Abteilung Stadt der Feuerwehr Wangen. Nach ersten Erkenntnissen hatte der 44-jährige Hauseigentümer den Brand kurz zuvor entdeckt. Er hielt sich zu diesem Zeitpunkt im Erdgeschoss des ca. 120 Jahre alten, ca. 1.200 Quadratmeter großen 2–stöckigen  Gebäudes – bestehend aus einem Wohn- und einem durch Brandmauer getrennten Ökonomieteil – auf. Seine Ehefrau und eine 5-jährige Tochter konnten sich in Sicherheit bringen. Starke Rauchentwicklung sowie eine schnelle Brandausbreitung verhinderten Rettungsversuche des Vaters  für zwei 4 und 11 Jahre alte Kinder. Sie konnten von den Einsatzkräften nur noch tot geborgen werden.

Eingeschränkt war die Mobilität des Geschädigten, um Hilfe zu holen. Wegen der schnellen Schadensausweitung hatte er keinen Zugriff auf seine Fahrzeugschlüssel, Mobiltelefon oder Festnetz. Ebenso erfolglos verliefen seine Versuche, Nachbarn zu alarmieren. Diese waren entweder nicht anwesend oder hatten von dem Schadensereignis nichts mitbekommen. Letztendlich fuhr er mit seinem Traktor in die nahegelegene Ortschaft Ratzenried. Und verständigte die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle des Landkreises Ravensburg.

Lage bei Ankunft der ersten Einsatzkräfte: „Gebäude in Vollbrand“. Im Ökonomieteil untergebrachtes Vieh konnte von den Einsatzkräften ins Freie geschafft werden. Gezielte Löschmaßnahmen von außen, u.a. über die Drehleiter der Feuerwehr Wangen, verhinderten eine Brandausbreitung auf in der Nähe stehende Gebäude. Eingelagerte Heuvorräte sowie landwirtschaftliches Gerät wurden ein Raub der Flammen. Eine Innenbrandbekämpfung war zum gesundheitlichen Schutz der Einsatzkräfte nicht möglich. Decken und erste Teile des Dachstuhls waren eingestürzt. Die Wasserversorgung zur Durchführung der Einsatzmaß-nahmen erfolgte über eine Förderleistung von ca. vier Kilometer Länge aus dem öffentlichen Hydrantennetz von mehreren Abnahmestellen. Die verbrannten Heuvorräte wurden mit LKW auf eine in der Nähe befindliche Wiese transportiert. Die Arbeiten der Feuerwehr werden voraussichtlich bis Sonntag andauern.

Brandursache und Schadensaumaßmüssen die eingeleiteten Ermittlungen ergeben.

Bis zu 150 Einsatzkräfte waren zeitweilig an der Abarbeitung der Schadenslage beteiligt.

Ebenfalls am Einsatz beteiligt Kreisbrandmeister Oliver Surbeck, Stellvertretender Kreisbrandmeister Josef Wurm, der Gerätewagen Atemschutz (GW-A) der Feuerwehr Weingarten, Notärzte, Fahrzeuge der DRK-Rettungswache Wangen, der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) Kißlegg), der Wassermeister der Gemeinde Argenbühl sowie Mitarbeiter des Veterinäramtes und des Umweltamtes des Landratsamtes Ravensburg zur fachlichen  Beratung. Angehörige der Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr Isny unterstützten die eingesetzten Kräfte durch Abseilen von der Drehleiter der Feuerwehr Isny zur Durchführung gezielter Maßnahmen im Erdgeschoss des ausgebrannten Brandobjekts. Die Führungsgruppe der Feuerwehr Wangen zeigte verantwortlich für die Sicherstellung der Koordination, Kommunikation und Dokumentation des Einsatzverlaufs. Argenbühls Bürgermeister Josef Köberle verschaffte sich vor Ort ein Bild vom Schadensausmaß.

Erstmeldung (Bericht)

Erste Presseveröffentlichung der Kriminalpolizei Ravensburg

Presseabteilung Feuerwehr des Lkrs. Ravensburg (Text & Bild)

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