Arbeitsagentur rechnet mit sinkender Arbeitslosigkeit bis 2019

Nürnberg (dts Nachrichtenagentur) – Der Chef der Bundesagentur für Arbeit rechnet mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit bis Ende 2019. Die Arbeitslosenquote werde weiter sinken, sagte Detlef Scheele der „Bild am Sonntag“: „Wir sehen am Arbeitsmarkt bis Ende des nächsten Jahres keine Trendwende.“ Trotz der guten Zahlen plädiert Scheele für einen Ausbau des sozialen Arbeitsmarktes im Kampf gegen die Langzeitarbeitslosigkeit. „Unser Forschungsinstitut IAB sagt: Es gibt bis zu 200.000 Menschen, die schon mehrere Jahre arbeitslos sind, älter, gering qualifiziert, mit gesundheitlichen Problemen, und bei denen wir vor der Entscheidung stehen: Machen wir gar nichts mehr oder bietet man ihnen eine staatlich geförderte Stelle an? Ich bin für Letzteres, besonders wenn Kinder in diesen Haushalten leben“, so Scheele.

„Die schädlichen Folgen von Arbeitslosigkeit vererben sich. Daher müssen Kinder sehen, dass ihre Eltern morgens aus dem Haus gehen. Allein wegen dieser Vorbildfunktion müssen wir diese Langzeitarbeitslosen in Arbeit bringen.“ Scheele wies auch darauf hin, dass mit jedem Jahr Arbeitslosigkeit die Chance auf Vermittlung dramatisch sinke: „Nach vier Jahren liegt Ihre Chance, direkt aus der Arbeitslosigkeit einen neuen Job zu finden, bei unter einem Prozent.“ Um einen reibungslosen Start in den Beruf abzusichern, plant Scheele außerdem eine bundesweite Datenbank mit den Daten aller Schulabgänger. „Zu meiner Zeit als Sozialsenator in Hamburg haben wir den Ansatz der „fürsorglichen Belagerung“ entwickelt. Arbeitsagentur, Schulen und Jugendamt arbeiten zusammen und kümmern sich in den Abschlussklassen darum, was die Schüler nach den Sommerferien machen wollen. Das kann auch bedeuten, dass zum Beispiel bei den Betrieben nachgehört wird, ob ein Jugendlicher seine Ausbildung auch begonnen hat“, sagte Scheele. „Es wäre gut, wenn das bundesweit umgesetzt würde. Deshalb setze ich mich für ein IT-System mit Daten der Schulabgänger ein, auf das gemeinsam zugegriffen werden kann. Sonst gehen uns zu viele verloren.“

Bundesagentur für Arbeit, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Bundesagentur für Arbeit, über dts Nachrichtenagentur