Antisemitismusbeauftragter fordert Meldesystem für Schulen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der neue Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, fordert ein Meldesystem für antisemitische Vorfälle an Schulen. „Man müsste das verzahnen mit einem allgemeinen bundesweiten Meldesystem“, sagte Klein der „Frankfurter Rundschau“ (Samstagausgabe). Es sei verständlich, aber der falsche Weg, wenn Schulen Angst davor hätten, dass antisemitische Vorfälle bekannt würden: „Wir müssen ein Klima herstellen, in dem klar wird, dass es inakzeptabel ist, wenn auf dem Schulhof beispielsweise Morddrohungen ausgesprochen werden, weil ein Kind jüdisch ist.“

Beim Kampf gegen Antisemitismus müssten Schulen und Lehrer besser unterstützt und vorbereitet werden, so Klein weiter. „Wir dürfen die Schulen damit nicht allein lassen. Dafür müssen auch die notwendigen Mittel bereitgestellt werden“, sagte Klein. Die bisherigen Konzepte beim Kampf gegen Antisemitismus und bei der Vermittlung der Bedeutung von jüdischem Leben in Deutschland reichten nicht aus. „Wir müssen neue Formen entwickeln, um muslimische Jugendliche anders an das Thema Holocaust heranzuführen.“ Das gelte aber auch für alle anderen Jugendlichen in Deutschland. Klein sagte, das beste Mittel gegen den von muslimischen Flüchtlingen importierten Antisemitismus sei eine rasche Integration. „Es ist eine Integrationsaufgabe zu vermitteln, dass Antisemitismus in Deutschland nicht geduldet wird.“ Klein sprach sich auch dafür aus, dass Besuche in Holocaust-Gedenkstätten für Schüler die Regel sein sollten. „Ich halte solche Besuche auf jeden Fall für sinnvoll“, sagte Klein. „Sie müssen aber gut vor- und nachbereitet werden.“

Stühle im Flur einer Schule, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Stühle im Flur einer Schule, über dts Nachrichtenagentur