Altmaier fordert Rechtsanspruch für Bundesfreiwilligendienst

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – In der Debatte um eine allgemeine Dienstpflicht fordert Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) einen Rechtsanspruch beim Bundesfreiwilligendienst. „Gerade junge Leute verspüren den Wunsch, nach Ausbildung oder Abitur ein freiwilliges soziales Jahr zu leisten“, sagte Altmaier zu „Bild am Sonntag“. „Das ist eine positive Entwicklung. Wir sollten jedem jungen Menschen, der dies tun möchte, per Rechtsanspruch einen Platz garantieren, stärker dafür werben und geleistete Dienste gesellschaftlich anerkennen.“

Bei der Frage, ob die Wehrpflicht wieder eingeführt werden sollte, wollte Altmaier sich nicht festlegen: „Als ich 1979 auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges meinen Wehrdienst leistete, war die Wehrpflicht unverzichtbar“, sagte er: „Ob die Wehrpflicht jetzt wieder eingeführt werden soll, ist aus meiner Sicht in erster Linie eine verteidigungspolitische Frage.“ Seine eigene Zeit bei der Bundeswehr hat Altmaier trotz anfänglicher Skepsis positiv in Erinnerung: „Ich war zwar groß und stark, aber eher nicht der militärische Typ. Die Vorstellung von Gewaltmärschen, kollektivem Sport und Strammstehen hat bei mir nicht nur positive Gefühle ausgelöst.“ Er habe den Wehrdienst aber „verteidigungspolitisch notwendig“ gefunden und daher nicht infrage gestellt: „Hinterher habe ich ihn auch als eine schöne Zeit empfunden, weil man mit ganz unterschiedlichen Menschen zusammen kommt und dabei selbst auch viel lernt.“ Positiv hat Altmaier auch seinen 60. Geburtstag am 18. Juni erlebt: „Mir ist dieser Geburtstag leichter gefallen als der 50. Mit 50 hatte ich das Gefühl, unter den Jüngeren der Älteste zu sein. Jetzt mit 60 habe ich das Gefühl, unter den Älteren der Jüngste zu sein.“

Peter Altmaier steigt in seinen Dienstwagen, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Peter Altmaier steigt in seinen Dienstwagen, über dts Nachrichtenagentur