Allianz: Keine Chance für Garantieprodukte bei Lebensversicherungen

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) – Bei der Lebensversicherung sieht Allianz-Chef Oliver Bäte in der aktuellen Niedrigzinsphase keine Chance, Produkte mit einem Garantiezins anzubieten. „Das ist bei der derzeitigen Zinspolitik der Europäischen Zentralbank nicht darstellbar. Ein solches Geschäftsmodell ist in diesem Umfeld seriös nicht zu betreiben“, sagte Bäte beim Wirtschaftsgipfel der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf, wie die Zeitung in ihrer Dienstagsausgabe berichtet.

Die EZB hält die Zinsen bei null, um vor allem in Südeuropa die Kreditvergabe anzukurbeln. „Über eines muss man sich klar sein: Garantien kosten Geld. Und die Kosten der Absicherung stehen derzeit in keinem Verhältnis zur Absicherung selbst“, sagte Bäte. Der Allianz-Chef äußerte sich auch zum Umgang seines Unternehmens mit der Digitalisierung. Der Versicherungskonzern will seine weltweit 150.000 Mitarbeiter demnach mit einem massiven Weiterbildungsprogramm auf den digitalen Wandel vorbereiten. „Wir wissen, dass wir bis 2021 knapp 50 Prozent der Mitarbeiter um- und weiterbilden müssen, speziell in digitale Fertigkeiten“, sagte Bäte. Dabei setze das Unternehmen unter anderem auch stark auf Online-Training. Bäte glaubt dabei auch an eine Zukunft des Versicherungsvertreters. „Es wird nur eine ganz kleine Kundengruppe geben, die komplett auf persönliche Beratung verzichten will und alles digital macht“, sagte er. Trotz Sprachassistenten wie Amazons Alexa oder Apples Siri sei für ihn klar: „Die Chancen für persönliche Beratung sind nie größer gewesen.“

Allianz-Zentrale, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Allianz-Zentrale, über dts Nachrichtenagentur