Allianz-Deutschland-Chef für schärfere Boni-Regeln für Manager

München (dts Nachrichtenagentur) – Der Vorstandsvorsitzende der Allianz Deutschland, Manfred Knof, hat sich in die Debatte um Managementgehälter eingeschaltet und sich grundsätzlich für schärfere Boni-Regeln für Top-Manager ausgesprochen. „Ich halte es für richtig, einen Teil der Vergütung grundsätzlich aufzuschieben“, sagte Knof dem „Handelsblatt“. Dass ein „erheblicher Teil“ zurückgestellt und vom „nachhaltigen wirtschaftlichen Agieren der Manager“ abhängig gemacht werde, „finde ich korrekt – und das entspricht auch genau unserer DNA“.

Die Allianz sei langfristig ausgerichtet, und das dürfe sich auch in der Vergütungssystematik ausdrücken. Der Chef der wichtigen Deutschlandgesellschaft des Münchener Versicherungsriesen zeigt sich damit offen, die jüngst beschlossenen schärferen Bon-Regeln für Bank-Manager auch auf andere Branchen der Finanzwirtschaft auszuweiten. So hatte die Finanzaufsicht Bafin erst im Januar beschlossen, dass deutsche Banken bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen bereits gewährte Boni zwingend von ihren Managern zurückfordern müssen. Werden die variablen Gehaltsbestandteile über fünf Jahre gestreckt, können diese Boni-Anteile künftig bis zu sieben Jahre nach Gewährung zurückgefordert werden. Doch vorerst dürften die Investoren kaum Grund zur Kritik haben. Wenige Tage vor der Jahrespressekonferenz am 9. März stellte Knof für die deutsche Landesgesellschaft ein glänzendes Ergebnis in der wichtigen Lebensversicherungssparte dank neuer Angebote in Aussicht. „Unsere Kunden haben verstanden, dass diese neuen Produkte aktuell für sie genau das Richtige sind“, sagte Knof. „Sonst wären wir mit Allianz Leben nicht so erfolgreich im Markt und wären nicht so massiv gewachsen, wie wir es im letzten Jahr gerade erst wieder getan haben.“ Allianz Leben habe „ein sehr, sehr erfolgreiches Jahr hingelegt“, betonte der Vorstandschef. Großes Potenzial für den Versicherungsgiganten sieht Knof in den nächsten Jahren auch im kombinierten Bank-Versicherungs-Geschäft, dem sogenannten Bancassurance. „Ohne schon genaue Zahlen nennen zu können – wir erwarten, dass dies für uns in den kommenden Jahren einer der wichtigsten Umsatztreiber sein wird“, sagte Knof. Massiv widersprach der Topmanager allerdings Darstellungen, wonach er sich intern für eine mögliche Ablösung von Konzernchef Oliver Bäte in Stellung bringe: „Das ist Unfug. Wir arbeiten sehr gut zusammen“, sagte Knof.

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Foto: Allianz-Logo, über dts Nachrichtenagentur