Allgäuer Festwoche – Festwochenspaziergang von Erlebnis zu Erlebnis

Allgäuer-Festwoche_Festwochenkultur-2014_Banner_new-facts-eu

Sie heißen Erlebniswelten oder Sonderschauen und bieten informative Unterhaltung. Der Verkauf von Produkten steht dabei nicht im Vordergrund. Ein Festwochenspaziergang von Ost nach West, von Halle 5 bis Halle 15.

Meister ihres Fachs in Aktion im „Handwerker-Forum“ in Halle 5.  Auf der Aktionsbühne zeigen wechselnde Handwerksbetriebe stellvertretend für ihre „Gewerke“ wie sie mit Handarbeit, moder­nen Maschinen und Köpfchen Aufgaben und Probleme lösen. Dabei geht es nicht nur um die „nackte“ Problembeseitigung. Weil es den Profis Spaß macht und weil viele Kunden es so wollen, geht es immer öfter um gestalterisch anspruchsvolle, kreative, schöne Lösungen. Hier einige der Themen, die während der Festwoche drankommen: Spanndecken, Renovierung von Türen und Treppen, Spritzlackierung von Möbeln und Türen sowie Muster von Markisen und Plisee-Innenverschattungen.

Nochmal Handwerk. In Halle 7 präsentieren sich die Glaser-Innung und die Metall-Innung: „Glas und Stahl – traditionell, beständig, modern“. Wie in Halle 5 sind die Meister ideale „Infor­manten“, wenn es um Ausbildungs- und Aufstiegschancen im Handwerk geht. Außerdem punkten sie mit praktischen Vorführ­ungen und interessanten Exponaten. Die Glaser führen Bleiverglasungen und Sandstrahlarbeiten vor. In der Abteilung Metall wird geschweißt und geschmiedet. Vorführungen täglich um 11, 14 und 16 Uhr. Glas: Kleine Spiegel werden per Sandstrahl mit Motiven wie dem Festwochen-Logo oder Sternzeichen verziert. Metall: Aus Stanzabfällen entstehen Blumen, aus Kettengliedern schweißen die Metaller Herzen.Unter Anleitung dürfen die Besucher selbst Hand anlegen. Eine Maschine, die Brezen aufschneidet und „buttert“, ist täglich ab 11 Uhr in Aktion. Und wer ein bisschen Glück hat, bekommt eine Butterbreze gratis. Offenes Feuer, ein Amboss, das sind „Werkzeuge“ eines Kunstschmieds, der bei gutem Wetter täglich (außer 15. und 17. August) zwischen 14 und 16 Uhr im Freigelände seiner schweren und kunstvollen Arbeit nachgeht.

Das alles und noch mehr ist der Wald.Produktionsort, Lebens­raum, Arbeitsplatz, Freizeit- und Erholungsraum sowie Schutzwall. Alles in Halle 11a erlebbar: „Wald. Vielfalt ohne Ende“. Interessen­gruppen, „die Gesellschaft“, viele wollen viel vom Wald. Und der hat auch viel zu bieten.Wenn sie einen Fichtenreinbestand in einen klimatoleranten Mischwald umbauen, dann müssen Förster ihr ganzes Können aufbieten. Es ist ein Balanceakt. Folgerichtig dürfen die Festwochenbesucher versuchen, auf einer Balancier­scheibe den richtigen Weg zu finden, indem sie Sackgassen wie Wildverbiss und Spätfrost meiden. Auftritte in der Halle 11a absol­vieren eine Falknerin mit ihrem Uhu „Pattex“, ein Berufsjäger, ein Koch, der mit Waldprodukten arbeitet, die „Deutschen Meister der Waldarbeiter“ und der Verein Allgäuer Kräuterland. Das „Wald­café“ betreiben die Damen vom Verein „Mir Allgäuer“.

Was macht Heimat aus? „Natürlich“ die vertraute Umgebung, die gemeinsame Sprache, Freunde, Verwandte, Arbeitskollegen. Unter vertraute Umgebung fällt auch das Landschaftsbild, die

(Kultur-)Landschaft. Und die ist menschengemacht. Genauer: von Bauern gemacht. Landwirte sind also Hersteller von Heimat. Dabei hängt das Landschaftsbild entscheidend von der Art der Landbe­wirtschaftung ab. Im Oberallgäu ist die Milchviehhaltung gebräuch­lich – und in deren Folge der Wechsel von Wiesen, Wäldern und Ortschaften. Stellten die Landwirte ihre Arbeit ein, dann veränderte sich die Landschaft, also ein wichtiger Heimatfaktor, sehr schnell. Letztlich würde der Wald das Allgäu zurückerobern. „oifach KUHL“ – „Landwirtschaf(f)t Heimat“ im westlichen Freige­lände bei Halle 12 ist eine Präsentation des Kreisverbandes Oberallgäu im Bayerischen Bauernverband (BBV).

 „Mama krank! Wer hilft?“ – Ländlicher Dienst, Freigelände bei Halle 12, neben „oifach KUHL“. Bisher weiß es kaum jemand. Seit Januar 2014 bietet der „Ländliche Dienst“ allen hilfsbedürftigen Familien die Unterstützung durch seine Haushalts- und Betriebs­helferinnen an. Im Klartext: Auch alle Familien ohne Landwirt­schaft können bei Krankheit, Unfall, Schwangerschaft oder Todesfall Hilfe in Anspruch nehmen. Es empfiehlt sich, vorher mit der Krankenkasse zu sprechen. Die Vorstellung des Ländlichen Dienstes gestalten der BBV Oberallgäu und der Maschinenring in Kooperation.

Hier werden Kinder schon mal zu Tigern, Giraffen oder Katzen. Die „Kinder-Kreativ-Werkstatt“ in Halle 15 ist eine besondere Erlebniswelt. Im Festwochen-Kindergarten, den das Amt für Jugendarbeit Kempten organisiert, können die ganz Kleinen (von drei bis sechs Jahren) nach Herzenslust spielen und basteln. Jeden Tag ist eine Mitmach-Aktion im Angebot:ein Tiermemory selber machen, Schlüsselanhängertiere bemalen oder Piraten­tücher und Stoffbeutel bedrucken. Unter professioneller Anleitung schaffen das alle. Um die Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren kümmert sich die Kempodium-Werkstatt und lädt zum Malen (Regenmacher), Filzen (Fahrrad-Schutzengel) und Gravieren (Trinkgläser oder Windlichter verschönern) ein.

 

Ebenfalls einen Besuch wert:

Halle 10: Stickerei-Atelier und vhs-Lernfest

Halle 12: Präsentation des Deutschen Bundestages, der Initiative GENial zu gentechnikfreien Lebensmitteln und der Umweltstiftung Gregor Louis oder zu großen Beutegreifern wie Wolf und Luchs.

Freigelände bei den Hallen 11a und 12: täglich Honigschleudern bei den Imkern

 

Organisation und/oder Durchführung:

Halle 7: „Glas und Stahl – traditionell, beständig, modern“: Glaser-Innung und Metall-Innung in Kooperation mit der Kreishandwerker­schaft Kempten

Halle 11a: Bereich Forsten, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kempten

____________________________________________

Anzeige