Allgäu Airport – Vom Atombunker zur Grasfabrik – Medizinische Cannabis-Aufzuchtanlge in Memmingerberg?

Foto: Pöppel

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Der Atombunker am Memminger Allgäu Airport war schon für viele Unternehmungen im Gespräch. So wollte man ein Serverzentrum in ihm errichten, eine Veranstaltungs- und Partyzone, aber nun soll dort Gras angebaut werden und das vor den Augen der Polizei und mit dem Segen der Bayerischen Staatsregierung.

Christoph Roßner  Foto: Pöppel

Christoph Roßner
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Der Unternehmer Christoph Roßner (47) will mit seiner Unternehmung BUNKER Phyto-Pharma-Development, einem ehemaligen Atombunker zu einer Zuchtanlage für Cannabis umfunktionieren. Seit Anfang 2017 gibt es Cannabis auf Rezept in Deutschland für Schwerstkranke. Der Atombunker bietet für die Produktion von Cannabis optimale Voraussetzungen. Roßner sieht den Standort Memmingerberg als Chance, „einer der größten Player auf dem Canabis-Markt zu werden“.

Der Atombunker ist 50 Meter lang, und steht als 15 Meter hoher Betonklotz vor dem Allgäu Airport. Der in Tarnfarben bemalte Bunker steht dort wie eine uneinnehmbare Festung. Zu Zeiten des kalten Krieges waren auf dem NATO-Flughafen in Memmingerberg Atombomben stationiert, die von dort aus gewartet und gesteuert wurden.

15 Mitarbeiter will Roßner in seiner Aufzuchtanlage beschäftigen. Auf einer Fläche von 950 Quardratmetern sollen hier, wenn er die entsprechende Erlaubnis hat, in Zukunft Hanf aus Hydrokulturen sprießen.

Aber egal wie viele Nächte Roßner mit seinen Projektteam an seinen Plänen feilt, am Ende entscheiden andere: Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte und die ihm unterstellte Bundesopiumstelle. Wer in Deutschland Betäubungsmittel herstellen oder damit handeln will, muss entweder mit ihnen reden oder sich irgendwann einen guten Anwalt suchen. Doch mal ist das TÜV-Siegel der Panzertür abgelaufen, mal entdecken die Beamten einen winzigen Fehler in einem Antrag.

Franz Josef Pschierer (CSU), Staatssekretär im bayerischen Wirtschaftsministerium, bringt Roßner 2016 mit Unternehmern, Investoren und Politikern aus Bayern zusammen. Roßner erzählt von seinem Vorhaben und seinen Nöten, die er bei der Umsetzung des Projektes hat, „Ohne die Hilfe der bayerischen Staatsregierung würde mir keiner zuhören“, sagt er. Inzwischen plant er mit ThyssenKrupp seine Cannabis-Zuchtanlage – und führt Gespräche mit international tätigen Hedgefonds. Wenn sie bei ihm investieren, könnte der Freistaat Bayern sein Cannabis-Projekt mit circa 250.000 Euro bezuschussen.

20171024_Bayern_Memmingerberg_Cannabis-Zuchtanlage_Bunker_Poeppel_0003Der Atombunker ist von den Voraussetzungen für Roßner optimal für seine Aufzuchtplantage. Die Bedingungen sind optimal. Es müssten spezielle Lampen und eine Belüftungsanlage installiert werden. Den die Cannabis-Pflanzen sind anspruchsvoll in punkto Licht und Klima. Der Bunker bietet auch Raum für ein Forschungslabor (Hochsicherheitslabor). Biologen könnten hier potente Cannabis-Pflanzen klonen. Für das Verbrennen der Erntereste würde auch bereits ein Industrieofen im Bunker stehen. Dort wurden unter der militärischen Nutzung Giftstoffe bei 900 Grad Celsius verbrannt.

Roßner befindet sich im Wettbewerb und Wettlauf mit den Niederländern. Hier ist man schon etwas weiter. Natürlich würden die Holländer gerne den deutschen medizinischen Markt mit ihrem Cannabis beliefern.

20171024_Bayern_Memmingerberg_Cannabis-Zuchtanlage_Bunker_Poeppel_0010Anfang des Jahres saß Roßner mit seinen Anwälten zusammen, um eine Klage gegen das Bundesinstitut für Arzneimittel vorzubereiten. Die Behörde forderte von potentiellen Medizinalhanf-Produzenten, dass sie in den letzten drei Jahren bereits mindestens 50 Kilogramm Cannabis angebaut, verarbeitet und geliefert haben. Wie soll er sich da bewerben, wenn genau das in Deutschland bislang illegal war, schimpft Roßner. Es ist nicht einfach, in Deutschland für etwas zu missionieren, das es eigentlich noch gar nicht gibt.

Unterstützt und betreut wir Roßner von der Unternehmensberatung Profinvest AG in Memmingerberg.