Aichstetten – Memmingerberg | Nazi-Konzert findet trotz Verbots statt – „Angry, Live und Loud 2“

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Foto: Pöppel/Symbolbild

Am Samstagabend, 14.07.2018, war im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Memmingerberg, Lkrs. Unterallgäu, ein Neonazi-Konzert, unter dem Titel „Angry, Live und Loud 2“, geplant. Die Verwaltungsgemeinschaft hat dieses Konzert und etwaige Ersatzveranstaltungen im Rahmen einer Sicherheitsverfügung verboten (siehe hier).

Vorsorglich hatte sich die Bayerische Polizei an der Tankstelle Ungerhausen, an der BAB A96, mit einem Großaufgebot aufgestellt. Aber die Anreisenden zum Konzert waren schon über die Untersagung unterrichtet und fuhren einfach weiter nach Baden-Württemberg.

Nach Aichstetten, Lkrs. Ravensburg, war die Ausweichveranstaltung kurzfristig verlegt worden. Die Baden-Württembergische Polizei war wohl etwas überrascht worden, aber nach anfänglich zwei Polizeistreifen wurden es nach und nach mehr. Konzertbesucher wurden dann kontrolliert, aber die Veranstaltung nicht unterbunden.

Bereits im vergangenen Jahr hatten Anhänger des Szene in der nähe von Bad Wurzach in einem abgelegenen Bauernhaus ein entsprechendes Konzert durchgeführt.

… mehr im Laufe des Tages unter www.allgaeu-rechtsaussen.de

 

Meldung des Polizeipräsidium Konstanz

Nachdem ein Skinheadkonzert in der Verwaltungsgemeinschaft Memmingerberg (Bayern) seitens der Bayrischen Behörden per Verfügung untersagt wurde, erhielt die Polizei Kenntnis davon, dass das Konzert am selben Abend (14.07.2018) im östlichen Teil des Landkreises Ravensburg stattfinden soll. Die rund 170 angereisten Besucher des Konzertes, welches auf einem Privatgelände stattgefunden hat, wurden durch Beamte des Polizeipräsidiums Konstanz mit Unterstützung von Einsatzbeamten des Polizeipräsidiums Einsatz und Polizeibeamten aus Bayern kontrolliert. Insgesamt sind bei dem Konzert vier Bands aufgetreten. Gegen 02:20 Uhr waren die Musikdarbietungen beendet. Im Verlauf des Konzertes wurden keine indizierten Liedtexte bzw. andere Straftaten festgestellt.

 

… und so sieht es das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West

Durch ein eng abgestimmtes Vorgehen der Sicherheitsbehörden (Polizei, Landratsamt und VG Memmingerberg) gelang es eine konspirativ durch Flyer beworbene, jedoch nicht bei den Behörden angezeigte öffentliche, rechtsextreme Veranstaltung im Vorfeld per Allgemeinverfügung zu untersagen.

Aufgrund vorliegender polizeilicher Erkenntnisse plante der bislang namentlich nicht bekannter Veranstalter für vergangenen Samstag, 14.07.2018, den Auftritt von vier Musikgruppen. Das Konzert der Gruppen, die dem rechten Musikspektrum zuzuordnen sind, sollte auf einem Anwesen im Zuständigkeitsbereich der Verwaltungsgemeinschaft Memmingerberg stattfinden.

Aufgrund der fehlenden Anzeige der Veranstaltung war es im Vorfeld nicht möglich, sicherheitsrechtliche Aspekte wie beispielsweise Immissionsschutz-, Brandschutz-, Naturschutz-, Gaststätten- und auch verkehrsrechtliche Auflagen und Beschränkungen zu prüfen. Eine Untersagung der Veranstaltung war somit unumgänglich.

Mittels ganztägig durchgeführter, gezielter Aufklärungs-, Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen, einhergehend mit der Durchführung von Gefährderansprachen sowie deutlicher Polizeipräsenz und dem Einsatz eines Polizeihubschraubers, konnte der Aufbau eines Festzeltes sowie letztendlich die Durchführung der Veranstaltung trotz Verbot bereits im Ansatz unterbunden werden.

Im Ergebnis konnten im engen Schulterschluss aller beteiligten Sicherheitsbehörden durch die konsequente Ausschöpfung aller rechtsstaatlichen Mittel rechtsextreme Aktivitäten durch vorbeugende und unterstützende Maßnahmen verhindert werden.

 

Anmerkung der Redaktion: Sicherlich konnte das Konzert so im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West verhindert werden, aber man kennt die Szene und weiß, dass sie so schnell nicht aufgibt. Die Szene legt sehr bewusst immer wieder ihre Konzerte an die Ländergrenzen, um schnell auf Verbote zu reagieren. Man hat den Ball von Bayern nach Baden-Württemberg gespielt.