AfD wirbt um frustrierte CDU-Lebensschützer

CDU-Flaggen, über dts Nachrichtenagentur
Foto: CDU-Flaggen, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Die AfD-Führung wirbt um frustrierte Mitglieder der CDU-Gruppe Christdemokraten des Lebens (CDL), die sich gegenüber den Lesben und Schwulen in der Union (LSU) benachteiligt fühlt. „Die Mitglieder der CDL sollten sich angesichts dieser Schieflage in der CDU sehr gut überlegen, ob sie in der CDU noch gut aufgehoben sind“, sagte AfD-Bundessprecherin Frauke Petry der „Welt“. Hintergrund ist Kritik von CDL-Chefin Mechthild Löhr an CDU-Generalsekretär Peter Tauber, die Gruppe sei nicht in den Kommissionen vertreten, die sich aktuell mit der Zukunft der CDU beschäftigen.

Zudem durfte die LSU kürzlich erstmals zum Jahresempfang in das Konrad-Adenauer-Haus laden. Die LSU hat etwa 400 Mitglieder – die CDL etwa 5000, zu denen auch Tauber zählt. Petry: „Die Kritik von Frau Löhr ist vollkommen angemessen.“ Die AfD-Familienpolitikerin und Europaabgeordnete Beatrix von Storch sagte der „Welt“: „Frau Löhr hat vollkommen recht. Die Lebenswirklichkeit der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung sollte sich auch in der politischen Schwerpunktsetzung wiederfinden.“ Bei der CDU sei das erkennbar nicht mehr der Fall. „Die AfD ist auch hier eine Alternative: Familienmainstreaming statt Gendermainstreaming.“ In der CDU sehe sie seit Langem eine „Erosion christlicher Werte“, die Löhr auch im Bereich Lebensrecht „in ihrer C-Partei erfahren muss“. Dies sei ein weiteres wichtiges Feld, auf dem die CDU an Boden verliere und die AfD eine Alternative biete. „Beim diesjährigen `Marsch für das Leben` war ein einziger CDU-Abgeordneter anwesend“, sagte von Storch. „Aber zwei AfD-Abgeordnete.“

Über dts Nachrichtenagentur

Anzeige