AfD: Meuthen wirft Petry "bizarres Hineinregieren" vor

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat seiner Ko-Vorsitzenden Frauke Petry „bizarres Hineinregieren in die baden-württembergische AfD-Landtagsfraktion“ vorgeworfen. „Frauke Petry behauptet, es gäbe einen Beschluss der baden-württembergischen AfD-Landtagsfraktion, man solle im Fall Gedeon zunächst ein wissenschaftliches Gutachten einholen. Diese Behauptung von Frauke Petry ist wahrheitswidrig“, sagte Meuthen der „Welt“ in einem Interview.

Einen solchen Beschluss der Landtagsfraktion gebe es nicht. Ein Vorgehen mit einem Gutachten sei lediglich vorgeschlagen, nicht aber beschlossen worden. Meuthen sagte: „Was Frauke Petry hier also macht, ist ein bizarres Hineinregieren in die baden-württembergische AfD-Landtagsfraktion. Das ist aber nicht die Fraktion von Frauke Petry. Sie ist Fraktionsvorsitzende in Sachsen.“ Petry hatte zuvor Meuthen in einer Erklärung an alle Mitglieder angegriffen. Im Konflikt über den Ausschluss des baden-württembergischen AfD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon wegen des Vorwurfs antisemitischer Positionen kritisierte sie, Meuthen habe ohne vorherigen Kontakt mit der Faktion „medienöffentlich mitgeteilt, dass er sein Amt als Fraktionsvorsitzender im Landtag aufgeben werde, wenn die erforderliche Zweidrittelmehrheit zum sofortigen Ausschluss von Herrn Dr. Gedeon aus der Fraktion nicht zu Stande komme“. Petry verwies darauf, die Fraktion im Landtag habe sich darauf geeinigt, die Äußerungen Gedeon mittels eines wissenschaftlichen Gutachtens überprüfen zu lassen und anschließend einen Beschluss über den Ausschluss aus der Fraktion herbeizuführen. „Diese Verfahrensweise ist vom Fraktionsvorsitzenden Jörg Meuthen überraschenderweise nicht eingehalten worden.“ Durch diese Vorgehensweise sei „die Causa Gedeon von der Sachebene auf die persönliche Ebene verlagert“ worden. Allein daraus habe „sich die gespaltene Meinung innerhalb der Fraktion“ ergeben, so Petry weiter.

Jörg Meuthen, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Jörg Meuthen, über dts Nachrichtenagentur