Achtung, Zecken!

Lkrs. Unterallgäu/Mindelheim + 22.04.2013 + 13-0749

23-04-2013 landratsamt-unterallgäu Zecken Glasmann-pressefoto new-facts-euDie kleinen Blutsauger sind jetzt wieder aktiv – Körper auf Tiere absuchen –  Impfung sinnvoll

Die ersten warmen Sonnenstrahlen locken jetzt wieder viele raus ins Freie. Aber nicht nur der Mensch ist im Frühling wieder gern draußen, auch Zecken krabbeln bei steigenden Temperaturen aus ihrem Winterquartier. Um sich vor Zeckenbiss-Erkrankungen zu schützen, sollte man den Körper auf die kleinen Blutsauger kontrollieren, wenn man draußen war, sagt Dr. Wolfgang Glasmann. Außerdem rät der Leiter des Gesundheitsamts am Unterallgäuer Landratsamt zur Zeckenimpfung.

Herr Glasmann, wie kann man sich vor einem Zeckenbiss schützen?

Glasmann: Zecken sitzen auf Sträuchern und Gräsern und können bei einem Waldspaziergang oder bei der Gartenarbeit auf den Menschen übergehen. Deshalb sollte man den Körper in der Zeckensaison von Frühling bis Herbst nach Aktivitäten in der Natur genau auf die kleinen Tiere absuchen.

Ist ein Zeckenbiss gefährlich?

Glasmann: Ein Zeckenbiss ist an und für sich harmlos. Er kann jedoch zur Gefahr werden, wenn die Zecke beim Biss Krankheitserregern überträgt.

Welche Krankheiten werden durch Zecken übertragen?

Glasmann: Die beiden häufigsten durch Zecken übertragenen Krankheiten sind Borreliose und FSME, die sogenannte Frühsommer-Meningo-Enzephalitis. Beide Krankheiten schädigen das Nervensystem und können zum Beispiel eine Gehirnhautentzündung oder Lähmungen hervorrufen.

Kann man sich gegen die Krankheiten impfen lassen?

Glasmann: Gegen FSME kann man sich impfen lassen, gegen Borreliose nicht. Borreliose ist mit Antibiotika aber gut behandelbar.

Raten Sie zur Impfung?

Glasmann: Ja. Denn der Landkreis Unterallgäu ist seit 2009 offizielles FSME-Risikogebiet – so wie fast ganz Bayern. Im vergangenen Jahr wurde dem Unterallgäuer Gesundheitsamt eine FSME-Erkrankung gemeldet. 2011 waren es fünf. Die Impfung ist gut verträglich. Die Kosten dafür übernimmt in der Regel die Krankenkasse.

Was sollte man tun, wenn man eine Zecke an sich entdeckt?

Glasmann: Das Wichtigste ist, dass man die Zecke möglichst schnell entfernt. In den ersten 24 Stunden nach einem Biss werden erfahrungsgemäß kaum Krankheitserreger übertragen. Am einfachsten entfernt man eine festgesaugte Zecke, indem man sie mit einer spitzen Pinzette knapp über der Haut fasst und gerade herauszieht. Falsch ist es dagegen, das Tier herauszudrehen oder mit Öl oder Alkohol zu ersticken. Denn das kann die Übertragung von Erregern unter Umständen sogar begünstigen.

Sollte man nach einem Zeckenbiss sofort zum Arzt gehen?

Glasmann: Ist die Zecke entfernt, sollte man die Einstichstelle etwa vier Wochen lang beobachten. Bei einer Hautveränderung wie zum Beispiel einer Rötung, die sich nach außen hin ringförmig ausbreitet, sollte man einen Arzt aufsuchen. Die so genannte Wanderröte ist ein Zeichen für eine beginnende Borreliose-Erkrankung.

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