A96-Memmingen – Gefahrgutfahrer aus dem Verkehr gezogen

Memmingen/Berchtesgadener Land/Leutkirch + 22.01.2014 + 14-0124

Nach einer Unfallflucht am Mittwoch, 22.01.2014, auf der BAB A8 konnte ein mit Gefahrgut beladener Sattelzug durch Pfrontener Schleierfahnder auf der BAB A96 gestellt werden. Der Fahrer stand unter Drogeneinfluss und führte auch Drogen mit sich.

gefahrguttransportGegen 8.30 Uhr kam der Sattelzug auf der BAB A8 in Fahrtrichtung München bei Anger im Landkreis Berchtesgadener Land nach rechts von seinem Fahrstreifen ab, überfuhr weiter den Seitenstreifen und drückte in der Folge die Schutzplanke auf einer Länge von etwa 50 Metern komplett nieder. Gemeinsam mit der Flurbeschädigung wird der dadurch entstandene Fremdschaden auf etwa 4.000 Euro geschätzt.
Gerade noch rechtzeitig vor einem Brückenpfeiler gelang es dem Fahrer, seinen Sattelzug mit holländischer Zulassung zurück auf die Fahrbahn zu lenken. Unbeirrt und ohne anzuhalten setzte er seine Fahrt mit dem deutlich beschädigten Fahrzeug fort.

Autobahnpolizei leitete erfolgreiche Fahndung ein

Ein hinter dem Sattelzug befindlicher Autofahrer teilte diesen Vorfall der Polizei mit. Die zuständige Verkehrspolizei Traunstein übernahm unverzüglich die Ermittlungen zu der Verkehrsunfallflucht und leitete eine Fahndung nach dem Sattelzug ein, der jedoch auf der A8 nicht mehr gestellt werden konnte.
Gegen 14 Uhr bemerkte eine Streifenbesatzung der Schleierfahndung Pfronten den durch den Unfall am Vormittag beschädigten Sattelschlepper auf der A96 in Fahrtrichtung Lindau bei Memmingen im Unterallgäu. Gemeinsam mit hinzugezogenen Schleierfahndern aus Lindau hielten sie den Gefahrguttransport am Parkplatz Winterberg bei Leutkirch im Landkreis Ravensburg an.

 

Drogen aufgefunden

Die Fahnder bemerkten gleich nach Öffnen der Fahrzeugtüren deutlichen Cannabisgeruch, der sie letztendlich dazu veranlasste das Fahrzeug zu durchsuchen. In der Fahrerkabine konnten die Beamten zwei Tütchen mit geringer Menge Marihuana sowie Amphetaminreste auffinden, die von den Fahndern eingezogen wurden. Die weitere Durchsuchung führte zu zwei Fahrerkarten für das digitale Kontrollgerät, die nicht auf den 29-jährigen Lenker ausgestellt waren.
Wegen der örtlichen Zuständigkeit wurden Beamte des Verkehrskommissariats Kißlegg hinzugezogen. Sie übernahmen die weitere Sachbearbeitung.

 

Strafverfahren eingeleitet und Weiterfahrt untersagt

Weil der Fahrer deutlich drogenbedingte Ausfallerscheinungen zeigte, wurde ihm die Weiterfahrt mit dem streugutbeladenen Gefahrguttransporter an Ort und Stelle untersagt und seine niederländische Spedition verständigt. Es wurde eine Blutentnahme veranlasst.
Nun muss sich der in Tschechien lebende Berufskraftfahrer wegen mehrerer Delikte verantworten. Neben Verkehrsunfallflucht, Einfuhr von Drogen, Fahren unter Drogeneinfluss und dem Verdacht der Fälschung technischer Aufzeichnung, wird derzeit noch ermittelt, ob der Fahrer überhaupt im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis war.

 

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