700 Euro für nierenkranke Kinder spendet der Ottobeurer Friseursalon Roberts

Der 14-jährige Paul (Mitte) kommt dreimal pro Woche zur Dialyse ins Klinikum Memmingen. Um ihm und anderen nierenkranken Kindern etwas Gutes zu tun, spendeten der Ottobeurer Friseur Robert Wilfling und seine Frau Sabine (Dritter und Zweite von rechts) dem Kinderdialysezentrum 700 Euro. Über die Spende freuten sich mit Paul die Stationsleiterin Petra Schuster (links) und Kinderarzt Dr. Tobias Hampel (rechts) Foto:  Pressestelle - Eva Häfele

Foto: Klinikum Memmingen, Pressestelle – Eva Häfele

Der 14-jährige Paul (Mitte) kommt dreimal pro Woche zur Dialyse ins Klinikum Memmingen. Um ihm und anderen nierenkranken Kindern etwas Gutes zu tun, spendeten der Ottobeurer Friseur Robert Wilfling und seine Frau Sabine (Dritter und Zweite von rechts) dem Kinderdialysezentrum 700 Euro. Über die Spende freuten sich mit Paul die Stationsleiterin Petra Schuster (links) und Kinderarzt Dr. Tobias Hampel (rechts).

Weil seine Nieren nicht mehr richtig arbeiten, muss der 14-jährige Paul dreimal pro Woche ins Klinikum Memmingen zur Dialyse. Viereinhalb Stunden hängt er während der Blutwäsche an Schläuchen, die so dick wie Telefonkabel sind. Um Paul und anderen nierenkranken Kindern die zeitraubende Dialyse erträglicher zu machen, hat der Ottobeurer Friseur Robert Wilfling 700 Euro gespendet. Mit dem Geld können unter anderem Spielsachen für die jungen Patienten gekauft werden.

Vor knapp zwei Jahren hat sich das Leben des 14-jährigen Pauls drastisch geändert: Seitdem muss der nierenkranke Junge dreimal pro Woche ins Klinikum zur Blutwäsche. Viereinhalb Stunden dauert die Dialyse. Während dieser Zeit hängt Paul an telefonkabeldicken Schläuchen, durch die das Blut aus und wieder in seinen Körper gepumpt wird – Zeit, in der andere Jugendliche auf dem Bolzplatz herumtoben oder sich zum Eisessen treffen.

Auch Eis, Schokolade, Cola und Fast Food sind für den 14-Jährigen tabu: „Denn Paul muss sich aufgrund seiner Nierenkrankheit an eine strikte Diät halten“, schildert Krankenschwester Petra Schuster. Selbst Obst, Gemüse, Kartoffeln und Milch bekommen seinem kranken Körper nicht gut, weil sie zu viel Kalium und Phosphat enthalten – dann bildet sich ein Überschuss dieser Substanzen im Blut.

„Paul muss sogar beim Trinken aufpassen“, erklärt Kinderarzt Dr. Tobias Hampel. „Er sollte nicht mehr als ein Liter Wasser am Tag zu sich nehmen – selbst wenn er Durst hat.“ Denn mehr könnten seine kranken Nieren nicht verarbeiten: „Dann müssen wir das überschüssige Wasser wieder durch die Dialyse herausziehen“, beschreibt der Oberarzt.

Um Paul und anderen nierenkranken Kindern etwas Gutes zu tun und die zeit- sowie kraftraubenden Krankenhausaufenthalte zu erleichtern, haben der Ottobeurer Friseur Robert Wilfling und seine Frau Sabine 700 Euro an den Förderkreis für chronisch nierenkranke Kinder und Jugendliche gespendet. Mit dem Geld können weitere Spielsachen für die Patienten gekauft und die kindgerechte Ausgestaltung der Krankenzimmer vorangetrieben werden.

„Frau Schuster ist bei mir Kundin“, erzählt Friseursaloninhaber Robert Wilfling. „Sie hat mir von ihrer Arbeit im Klinikum erzählt. Da haben wir uns gedacht: `Das wollen wir unterstützen`.“ Die Wilflings sammelten das Geld im Rahmen einer Tombola, bei der es unter anderem Friseurgutscheine zu gewinnen gab.

Krankenschwester Petra Schuster und Kinderarzt Dr. Tobias Hampel freuen sich mit Paul über die großzügige Spende und garantieren: „Das Geld wird bis auf den letzten Cent unseren nierenkranken Kindern zu Gute kommen!“

 

Das Nierenzentrum am Klinikum Memmingen ist eines von drei Kinderdialyseeinrichtungen in ganz Bayern. Es wurde im Jahr 1989 gegründet. Vier Jahre später wurde der Förderkreis für chronisch nierenkranke Kinder und Jugendliche ins Leben gerufen. Er kümmert sich um die nichtmedizinische Umsorgung betroffener Familien, bietet Hilfe zur Selbsthilfe an, organisiert Gesprächsgruppen und Ferienfreizeiten.
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