12.05.2014 – Internationaler Tag der Pflege – Malteser: Mehr Zuwendung in der Pflege nötig

Foto: Malteser-Hilfsdienst (MHD)

Foto: Malteser-Hilfsdienst (MHD)

Zum Internationalen Tag der Pflege am 12. Mai fordern die Malteser mehr Zeit und Geld für die Zuwendung zum Hilfsbedürftigen. „Unter den gegebenen Rahmenbedingungen werden die Pflegenden gezwungen, nach dem Motto ‚sicher, satt und sauber‘ zu arbeiten. Der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen aber gerät zunehmend aus dem Blick“, kritisiert Dr. Franz Graf von Harnoncourt, Geschäftsführer des Bereichs Medizin und Pflege der Malteser Deutschland die Situation der Pflegebedürftigen. Insbesondere wegen der zunehmenden Zahl älterer Menschen müsse sich die Gesellschaft der Frage nach einem würdigen Umgang mit Pflegebedürftigen stellen. „Zu einer menschenwürdigen Pflege gehören menschliche Nähe und Wohlbefinden. Wir müssen ein Pflegenetzwerk entwickeln, das sich dem Menschen im Ganzen zuwendet“, so Harnoncourt.

Im Alltag insbesondere stationärer Pflege wird vielfach eine die Lebensqualität fördernde Pflege und Betreuung durch eine Fülle an Auflagen erschwert. Beispiel: Häusliches Wohlbefinden – gerade für ältere Menschen wichtig – kann durch überbordende Sicherheitsbestimmungen konterkariert werden. Aus Sorge vor Komplikationen wird der hilfsbedürftige Mensch in Altenhilfeeinrichtungen durch Brandschutz- und Lebensmittelvorschriften fremdbestimmt. „Wer ein Leben lang kein hartes Ei gegessen hat, weil er es nicht mochte, wird nicht zum hartgekochten Ei greifen, weil er in einer Altenhilfeeinrichtung lebt“, sagt Harnoncourt. „Aber zurzeit darf er sich nicht mal selbst ein weiches Ei kochen, wenn er es noch kann.“

Als Träger von acht Krankenhäusern und 21 Altenhilfeeinrichtungen sowie zahlreichen ambulanten Pflegediensten kümmern sich die Malteser bundesweit um das Wohl pflegebedürftiger Menschen. Die Malteser besuchen und begleiten zudem ehrenamtlich tausende pflegebedürftige Menschen in den eigenen vier Wänden oder in Einrichtungen der Altenhilfe.

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